Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)

DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II

Gedanken liber die Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie. 47 sogar bietet ihm die erste Station als Zugang zum Herangehen an die Wirklichkeit. Seine Sympathie gehört denen, die diese Wirklichkeit in ihrer damaligen dramatischen Form, in der Gestalt einer Willkürherrschaft und eines Rassentaumels sensibilisieren. Diese Tendenz wird durch eine andere ergánzt: die Bewertung des Dunkels und die Undurchlássigkeit des Barock. Seines Erachtens war das erlebte historische Stadium, in das sich die moderne bürgerliche Gesellschaft hineinnavigierte, das historische Érbe, das wahre Nachkomme der Barockallegorie. Die Welt, in die sich die biirgerliche Welt versetzte, irradiiert tiefen Pessimismus durch ihre monolithische, gesellschaftlich monokratische Substanz, in der man die Anháufung der Trümmer erlebt. Es kommt uns darauf an, ob der denkende Zeitgenosse etwas damit anzufangen weiss, wobei jedem seit Euripides klar sei: „Die Zunge ist máchtiger als das Schwert." 1 4 Damit gedenkt man der modernen Usurpatoren der Macht, die durch Vorgaukelei, Táuschung, Hintergehung erhabene Seelen und Geister hinausnötigen können. Etwas anderes lásst sich gut herausnehmen, námlich der unentwegte Kampf urns Wertvolle durch die Mittel der Kunst. Das Pathos von W. Benjamin erstreckt sich ureigen auf die Karikatur, das hinter seinen etlichen Formeln hervorstösst. Er verspürt, mit Mitteln der Karikatur alles Banale im Vorhandenen ausdrücken zu können, die das wahre Wesen und Unwesen des Widerwártigen zu enthüllen fáhig seien. Die Karikatur steht in Sinnverwandschaft mit der Groteske, die die zeitgenössischen Paradoxé in der Welt ansprechen kann. Beide scheinen konkrété ge sellschaftliche Funktionen in Ermangelung eines Besseren zu erfüllen, da sich die Künstler der Zeit einer langsam ausufernden Diktatur und die Produkte der langwierigen Ermattung des Gegenpols allerlei Provenienz unfáhig erweisen, die Kunstsinnigen um sich zu scharen, und ohne Verbindung mit den Kenneraugen verlieren sie ihre Aura und statt deren von der Verschlagenheit der Diktatur schockiert werden. Um den Pessimismus zu überwáltigen, suchen die Karikaturen, die satyrischen Schriften, die Grotesken die Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Besessenen von Gewalt und Anmassung in Frage zu stellen. W. Benjamin schöpft aus der Sichtweise der Frankfurter Schule, aber seine Gedanken inspirierten zugleich Th. Adorno, H. Marcuse und insbesondere Jürgen Habermas, in deren Werken wir zum Grossteil von Benjamins gestreiften Themen begrüsst werden. Er borgte sich freilich Ansátze und soziale Empfindlichkeit sowohl von dem klassischen Marxismus, als auch von dem Freudismus, beides wird aber schonsam gesichtet und bloss so ein Bestandteil seiner abhaltend glánzenden Wertewelt. Seine Wertestruktur dient zweifelsohne der bíirgerlichen Gesellschaft, die sich seinen Hoffnungen nach durch das Fegefeuer der Moderne, durch

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