Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)
DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II
46 Domonkos Illényi hinzuweisen, und durch militante Mittel die Bedrohungsquelle inmitten des allgemeinen Reizes, der „Wachsamkeit" versickern zu lassen. In einer solchen hysterischen Atmospháre mag man halt die Verdrángung der persönlichen Autonomie anbándeln, wobei der Umfang der zu lösenden kriegerischen Aufgaben standig wáchst. Niemand versteht in der Wirkhchkeit, wie und warum die erreichten Ergebnisse zur Steigerung der Gefahren führen, deren Abwehr als neue Führeraufgabe erscheint dann setzt. Der Führer deutet seine Aufgaben mehr und mehr als neue mit militárischen Mittein zu lösende Probleme, die teils auf dem Kriegsfeld, teils im Hinterland durch allgemeine Mobilisierung des Potentials des Volkes ausgetragen werden dürften. Aber unter den gefáhrlichen Klippen und Abgründen kann bloss und ausschliesslich der Führer der „Pfadfinder" sein, der die gefáhrlichen Hürden mit seiner Gefolgschaft zu bewáltigen vermag. Diejenigen, die abwegigen Ansichten verkünden, werden durch Gew alt anwen dung aus dem Volke radikal ausgegrenzt werden. So macht man den Terror in den Führersstaaten wahr, in denen die Subjekte zu anonymen Objekten, zu Opfern einer uneingeschránkten Willkür degradiert werden. Dieses Milieu begünstigte freilich nicht die Welt der humane Werte eingehenden, moralisch gesáuberten Künste. Die neue Macht ab 1933 versuchte durch leicht transparente Methoden, Manipulation ihre eigenen Ziele als allgemeines Anliegen durchzubringen. Unterricht, staatliche Gewalten, Künste — alle Lebensbereiche samt menschlichen Leben werden einem Mythos untergeordnet. Was bleibt einem in einer Situation übrig, als man sich schon wie eine getaufte Maus fiihlt. Mag man jedoch die höchsten Werte der Vergangenheit hinüberretten und zugleich das werdende Neue verstehen? In der Diskussion mit dem Futuristen Marinetti weist W. Benjamin auf die Entartung, Weltentrücktheit der künstlerischen Ausrichtungen, die weit von der Wirkhchkeit entfernt sind. Das Nichts, eine Art „Nirvana" erhebt sich zur Kunstnorm, die unfáhig ist, in den Dschungel der gegebenen gesellschaftlich-ideologischen Irrungen und Wirrungen gewisses Licht zu bringen. Allerlei Mystisches, allerlei Dunkel war Benjamin fremd. Hinter der spielerisch-artistischen Verblümtheit entdeckt er das armselig schábige Wesen des Inhalts und sein Ideal mochte wohl ein Künstler sein, der fáhig sei, diese geistige Wüste mit ihren Wünstlingen anzuprangern. Für Benjamin gibt die Kunst Transparenz, Durchgángigkeit, Übersicht ab. In seinem für unsere Analyse am wichtigsten Werk behandelt er den Plot und die Form von einem Gedicht B. Brechts, in dem die Dichterrolle mit einem Tor bzw. dessen Gewölbe verglichen wird, das freilich metaphorisch, zeitlos den engagierten Interessenten erwartet, ohne ihn aufhalten zu wollen. 1 3 Das Tor bezeichnet den Weg und lásst den Wandelnden durch,