Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)

DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II

40 Domonkos Illényi Aufteilung des Arbeitsprozesses. Die Verantwortung ordnet die humánén und gesellschaftlichen Beziehungen, die FamiÜenverháltnisse neu. Die Politik wird sie zur Wahl des kleineren Ubels getrieben, und nicht zuletzt auch der Krieg wird so in Frage gestellt — der Krieg, der immer mehr zur Materi als chlacht wird, wobei die von E. Jünger glorifizierten ritterlich-kriegerischen Tugenden eine immer kleinere Rolle spielten. Nichtsdestoweniger, schreibt der Schriftsteller, kann der Krieg im Bereich der metaphysischen Abstarktion, die vom Neonationalismus untermauert wird, anders definiert werden. Durch die Entwicklung der technischen Zivilisation werden weitere Geheimnisse der Natúr entdeckt, deren Result ate die Zwecke und Ziele der Menschen fordern und die rigide Gewaltanwendung Fremden gegenüber überflüssig machen. 6 Der nahende Schlachtlárm konnte W. Benjamin nicht mehr überzeugen, dass der Krieg im Bereich der metaphysischen Abstraktion weiter zu definieren ist. Noch im Leben des Denkers wurde der Krieg zur Wirklichkeit, zum blutigsten Schlachthof des 20. Jahrhunderts. III. Die rettende Kritik dagegen greift in die Vergangenheit zurück, um daraus die der Vergánglichkeit ausgesetzten Phánomenen hervorzuheben: „... tun die Geschichte als die Exposition der toten Zeit und Leidensge­schichte aufzuzeigen " 7 Diese Art Kritik hebt also heraus: das Wichtige wird von ihr in die Náhe des aus dem Gesichtspunkt der Gegenwart Interessenten versetzt. Sie macht es mit dem Ziel, um unter der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft Verbindung schaffen zu können. Wenn sich damit noch das Missionsbewusstsein und der Messianismus aus der Theologie paaren, kann die Welt womöglich die Lasten der vor ihr stehenden Jahrhunderte auf sich nehmen — auch die der gesellschaftlichen Umwálzung. Dieser Umwálzung geht der Klassenkampf voran und er wird sie noch eine Zeitlang verfolgen, als eine ewige Kategorie der in Teile geschnittenen menschlichen Gesellschaft. Die Vergangenheit kann geschichtlich dann interpretiert werden, wenn das bis heute Gültige und Bestimmende unter den Ereignissen der Vergangenheit erkannt wird. Das können alle Lebensspháren für sich selber betrachten, und damit werden auch die integriert, die unmittelbar die geistigen Erben der Tradition sind. Aber dann werden sie zu Mitteln der herrschenden Klasse verdingt. Nur jener Geschichtsschreiber ist fáhig, die tradierte Vergangenheit herüberzuretten, der die Philosophie der Sieger und der Besiegten genau kennt und sich dafiir entschlossen hat, nie dem Sieger sondern dem Verlierer mit Tat und Rat zu dienen. Dort, im Triumphzug der Machthabenden, marschieren die ehemaligen Sieger und besitzen die

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