Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)
DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II
Gedanken liber die Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie. 39 die blinden Kráfte der Geschichte mit Erfolg ja zurückgedrángt werden mögen. Womöglich im Interesse des Zurückdrángens wird vor uns die Struktur der Geschichte ausgebreitet, wáhrend Benjamin die Dimensionen von Streik, Kriegsrecht, von Militarismus und Todesstrafe an die Frage der Staatlichkeit zu koppéin bestrebt. 4 Benjamin glaubt an das gewaltlose Arrangement von Konflikten, und das wird bei ihm keine Statusfrage, wie es von den Benjamin — Interpreten behauptet wird. „Überall kommt eine gewaltlose Vereinbarung zustande, wo eine Herzenskritik die reinen Mittel des Abkommens in die Hand des Menschen gibt." 5 Im Ganzén ist die Kritik an der Gewalt nichts anderes, als die Philosophie der Geschichte der Gewalt. In dem Werk von M. Bulgakov „Meister und Margarita" wird jede Macht — ja Gewalt. Diese Geschichte gewinnt dabei veschiedene Inhalte, wenn sie an Gesellschaftsschichten gebunden sind. Für Bestimmte gilt die Gewalt als Rechtsberaubung, für Andere als rechtsschaffender oder rechtsvorbehaltender Faktor. Benjamins Schlüsselsatz: „Die mythische Kraftgewalt ist in aller Form abzuweisen". Er konnte bis zu seinem Tode am 6.9.1940 nicht erfahren, dass die in Európa ihre Siege begehende Diktatur und bald darauf deren linksradikale Variation, der Stalinismus als Herrschaftsformen, welch grosse Verwürstungen in der Welt, haptsáchlich in Európa verursachen können. Er scheint klar gesehen zu habén, dass sich die Balkanisierung von Mitteleuropa aus den Entscheidungen der Entente nach dem Ersten Weltkrieg ergab, die die Wirtschaft, die Kultur und die Völker des ganzen Raumes dem kleinlichstem Gézánké und Katzbalgen, sowie teilweise einem Unterdrückungssystem byzantinischster Art auslieferte. Richtig war die Einschátzung von Benjamin: die Volksgemeinschaften von Mitteleuropa leben „jetzt" in den 30-er Jahren! -, wie die Einwohner einer umzingelten Stadt, denen es an Lebensmitteln und Schiesspulver fehlt, und die nach menschlichem Ermessen keine Hoffnung haben, entsetzt zu werden. Der vor aller Art der Gleichschaltung sich grauende Benjamin sah Deutschland vor dem gleichen Schicksal, Deutschland, wo der authentische Denker als Aussenseiter und Waldkauz behandelt wurde, wo die Verteuerung der Wohnung und des Verkehrs die Freizügigkeit hemmte. Er merkte etwas wichtiges dabei: dass in dem leistungsorientierten Spátkapitalismus schon 1940 ein bestimmter Wert zum ethischen Grundsatz werden würde, und das ware das Prinzip der Verantwortung. Der Wendepunkt der menschlichen Geschichte, meint Benjamin, korrespondiert mit der Erkennung der bewusst angenommenen Verantwortung, und mit ihrer politisch- wirtschaft lichen Praxis. Die Durchsetzung der Verantwortung schliesst die Existenz des Elends der Gesellschaftsschichten aus, bedeutet ein neues Verháltnis in der Arbeitsverrichtung, in der