Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)

DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II

38 Domonkos Illényi seinen Fokus, die sich an der Aufrechterhaltung und Vollentfaltung des Lebens beteiligen. Der Fortschrittsdrang er ordnet ihre Reihen wieder, er ist wáhlerisch und stellt eine Wichtigkeitsreihenfolge unter ihnen auf. Er nimmt das langsamere Tempo an, aber die als Diskontinuitát dargestellte oder perzipierte Erscheinung gehört auch ihm an: — die Diskontinuitát, als eine von Menschen erlebte kathartische Augenblicksreihe — und zeitgleich als Quasi-Katharsis, wenn auch das zum Weiter- und Überleben nötige Quasi­Wertvolle ans Tageslicht kommt — nach der Logik des Heliotropismus, worüber Benjamin so schön schreibt. 2 Danach geht der Quasi-Wert zugrunde oder treibt edle Reben, oder aber er wartet auf eine neuere Diskontinuitát, bis dahin schláft er den Wintertraum des Grizzlybáren. Als Sturm spürt Benjamin den Fortschritt, der von einer eigenartigen mythischen Kraft dem Menschen aufgezwungen ist. Was mag man hier jedoch tun: womöglich so viel, dass man bewáhrte Werte unter seinem Kittel versteckt, beiseite schafft, aufbewahrt und den spáteren Generationen übergibt, die darüber werden Rechenschaft ablegen müssen — im Zeitalter der Abrechnungen.. . Das ist der Mythos des Fortschritts. II. „Die Hoffnung der Hoffnungslosen" stellt den „historischen" Menschen, den die Geschichte verstehenden Menschen dem existierenden Antichristen gegenüber. Wáhrend Benjamin den unproduktiven Neopositivismus, die spekulative Lebensphilosophie und den „holdén" Historismus abweist, die die unter — und über — neben- und hintergeordneten geschicht lichen Ebenen durch „selbstzufriedene" Tatsachenreihen zu ersetzen versuchen. Die Geschichte verstehender Mensch lebt mit den das historische Kontinuum unterbrechenden gesellschaftlichen Gruppén, die die Vergangenheit und die Zukunft durch das Prisma ihrer eigenen Gegenwart durchzwángen, mid diese Doppelstrahlenbrechung bietet den Zeitebenen der menschlichen Geschichte eigene Farbe. Konkrét: Die unterdrückte Klasse bewertet wohl auch die Gegenwart; diese wird als eine Phánomenenwelt aufgefasst, die in der Umwálzung gereift ist. Aufgrund ihrer historischen Erfahrungen sucht sie ihr Zukunftsbild zu gestalten und die Vergangenheit neu zu deuten. Auch wenn die unterdrückte Klasse in der Vergangenheit Leid erfahren hat oder diejenige durch ihre Arbeit beeinflusst hat, wird diese Vergangenheit als Totales von der erlösten Menschheit in Besitz genommen. 3 Auch das von den altertümlichen chinesischen und griechischen Denkern erforschte „Glück" kann bloss in unserer Zeit erreicht werden, falls

Next

/
Thumbnails
Contents