Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)

DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II

Germanistische Studien V (2004) 35-51 Gedanken über die Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II. Domonkos Illényi Walter Benjamin oft zitierte Kunstauffassung bindet sich mit vielen tausend Fádén an die Gesellschaft und Geschichte, sie ist ihnen fast entnommen worden. Womöglich können wir uns das Geheimnis des Denkers erschliessen, wenn wir seine Geschichts- und Gesellschaftsphilosophie zu verstehen versuchen. Benjamin pfelgte man als Anhánger der Frankfurter Schule zu bezeich­nen, obwohl er, trotz seiner Beziehungen zu dem Kreis, diesem nie angehörte und eher selbstándiger, hnksgerichteter Denker und ergebener Freund der bürgerlich demokratischen Werte gesehen werden kann. Er war es auch, der als Kritiker der Kunst von „late Capitalism" die Jugend nach seinem Tod und zur Zeit der deutschen Studentenbewegungen in Wallung bringen konnte, und es kann auch kein Zufall sein, dass seine dritte Renaissance auf dem westdeutschen Soziologenkongress 1968 begann, und die Welt ihn auch seither zu den belesendsten Philosophen rechnet. I. Zahlreiche Schriften von Walter Benjamin kamen nicht in die Hand seiner intellektuellen Zeitgenossen. Er war selber ein Grübler, der die Produkte seiner Kámpfe, seines Ringens eher aufschrieb als der Welt zeigte und veröffentlichte. Vielleicht scheute er das Missverstándniss, die falsche Interpretation seiner Schriften, in einem Zeitalter als die Chancen der Linken schrumpften und der Faschismus in ganz Európa seine Triumphe feierte. Darüber hinaus dürfte ein eigenartiger Gegensatz ihn gedrückt habén, wie aus seinen Schriften hervorgeht: ein Gegensatz zwischen dem Niveau der erreichten technischen Zivilisation und der Leere und Unerfülltheit der menschlichen Dimensionen. Diese technische Zivilisation hatte für sich die Gipfel der Elektronik, der Fernsehtechnik, der Flug — und Rechnungstechnik usw. erklommen, aber für die Menschen Artbeitslosigkeit, Mietskasernen, Vermassung, die Herrschaft der „Gelehrt-Ungelehrten" mit sich gebracht. Das letztere hat Benjamin in seiner Heimat mit der Anpassung schlechten Sinnes, mit der Unterwürfigkeit der Macht gegenüber erweitert und so charakterisiert. In Deutschland wurden die Leute der

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