Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)

DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II

36 Domonkos Illényi allgemeinen Macht so untergeordnet, wie man das bloss in der Clan-Gesetz­Welt der primitiven Völker findet. 1 In dieser Clan-Welt geniesst der Einzelne keine Unabhángigkeit, ihm fehlt die Ironie, er ist ein einsamer Wolf im Reich der technischen Entwicklung geworden. Sein Pessimismus war missverstándlich, er korrespondierte fiir viele mit der früheren Philosophie von 0. Spengler. Womöglich dadurch wird verstándlich, dass Benjamin z.B. seine Schrift „Der Begriff der Geschichte" niemals veröffentlicht hat. Immerhin, sein Pessimismus wurde durch die Devalvierung der humánén Werte genáhrt, der Endpunkt war zweifelsohne der Faschismus selbst, als subtiles Endergebnis der kapitalistischen Mas­senkultur. Zu demselben Schluss kommt auch die Frankfurter Schule. Aber hier, in der negativen Geschichtsphilosophie der Frankfurter, wurde das totale System aus der immanenten Dynamik des menschhchen Bewusstseins hergeleitet, in das die Welt durch die Verbreitung und Expansion des Faschismus und Stalinismus gelangt war. Damit verhessen Horkheimer und Adorno den theoretischen Rahmen des Kapitalismus, der bis dahin die Grundlage ihrer Untersuchungern bildete — und der Zivilisationsprozess als Totalitát wurde zur Quelle ihrer Argumentation gemacht. In der Argumentation erscheint der Faschismus als eine Art historische Endstation „der Logik des Zerfallens" — als eine Notwendigkeit, die sich aus der ursprünglichen Existenzform des Menschengeschlechtes ergibt. Worum geht es? Das instrumentale Denken des urgesellschaftlichen Menschen, mit dem sich der Mensch gegen die Naturkráfte verteidigte und dadurch einseitig wurde, zeitigte die stufenweise Bándigung seines Instinktlebens, die Knebelung seiner sensuellen Fáhigkeiten — wáhrend er die Herrschaftsverháltnisse legitimierende Gesellschaft entwickelte. Damit folgte der Zivilisationsprozess der Schneckenlinie der wachsenden Verdinglichung, die im ersten Augenblick mit der Unterjochung der Natúr ihren Anfang nahm und sich am konsequentesten im Faschismus ausprágte. Also die Frankfurter suggerierten, dass der urgeschichtliche Zustand des Menschengeschlechtes durch Herrschaft über die Natúr verkürzt wird und somit die zivilisatorische Entwicklung durch das stufenweise Zurückdrángen der Naturschranken gekennzeichnet ist. Ohne Zweifel woHten die Frankfurter, gestützt auf romantische und lebensphilosophische Motive, vermitteln, dass Akte der übernatürlichen instrumentalen Herrschaft zur Entfremdung des menschhchen Geschlechts geführt habén. Aus der These folgen: 1. Aus dem Ganzén des Zivilisationsprozesses fiel die Kommuni­kationspraxis des Alltags her aus, die quasi Bahnbrecher und Erzeuger des Zivilisationsprozesses ist. Diesen Gedankengang verfolgte spáter J. Habermas.

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