Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1995. Sectio Philosophica.(Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 22)

Philippe Despoix: A termékeny félreértésről (Megjegyzések Arnold Hauserhez, Lukácshoz és Popper Leóhoz)

Konkurenz zur religiösen zur autonomen "Wertsphäre " wird, aus sich selbst heraus gedeutet zu werden. Kein fremder Sinn außer dem den Formen geschenkt, ist für eine moderne Aesthetik annehmbar, die so eine immanente werden muß, wie es Lukács mit sicherer Urteilskraft in seiner Heidelberger Philosophie der Kunst bemerkte. Sie fuhrt zu einer radikalen Inversion des Platonischen Denkens über Kunst und seiner Fortsetzung in der traditionellen Philosophie. So können, seit die Gesetze der Kunst getrennt sind vom Himmel der Religion, ganze Abschnitte der Kunstgeschichte als Spannungsfeld zwischen Technik und Mittel erscheinen, zwischen dem Zweck der gewollten Natur und der Widerstandskraft des Materials. Werkzeug und Stoff, Medium und Zweck stehen für Popper immer in unadäquatem Verhältnis. In den bildenden Künsten bedeutet die Niederlage des künstlerischen Wollens oft ein Sieg der Form. So kommt am Ende, wer die "Sachlichkeit " sucht, zur primitiven Abstraktion, wer die materielle Schwere will, zur mystischen Schrift der Schwere: in den Torsi der modernen Bildhauerei oder in den "teppichartiger" Werken eines Cézanne. In der Primitivität der Motive alter Teppiche, die "unbewußt und formell" entstanden sind, findet Popper das Ziel des modernen Stils vorweggenommen. Es ist höchster Lob, wenn er von Bruegel und Cézanne behauptet, sie hätten schließlich aus Naturwollen den "Gedanken des Teppich" erfüllt. "Bei Cézanne, notiert er, sieht man wie Komposition nichts ist, als die Dinge sachlich zu Geltund zu bringen... Er gibt das Urbeispiel dafür, wie das Ornament entsteht: nicht durch abstraktes Vergnügen an Linie oder Form, auch nicht aus bewußter Vereinfachung komplexer Naturdinge." 2 2 In dieser paradoxen Rettung des primitiven Ornaments von der modernen Malerei gipfelt die Poppersche Analyse: die "sachliche Ornamentik " hätte seinem Buch über Cézanne den Leitbegriff gegeben. Vereinfachung, Primitivität, Materialgerechtigkeit, Torsohaftigkeit, "tektonischer Gedanke", "konstruktives Unbewußte" - so für Popper die Losungsworte einer radikalen Modernität. Karl Kraus, der mit Adolf Loos nicht müde wird das moderne Ornament als Ausgeburt der Stillosigkeit zu verhöhnen, empfängt sie in der Fackel . Seine Formel "Urpsrung ist das Ziel" wird aber von Leo Popper so umgedeutet: durch das tiefste Mißverständnis ist primitiv zugleich modern. 134

Next

/
Thumbnails
Contents