Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1995. Sectio Philosophica.(Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 22)

Philippe Despoix: A termékeny félreértésről (Megjegyzések Arnold Hauserhez, Lukácshoz és Popper Leóhoz)

* Man könnte berechtigterweise daran zweifeln, ob Poppers Material- und Mißverständnistheorie, entwickelt anhand konkreter Werkanalysen, nicht weiter weg von der eigentlichen Fragestellung einer "Sozialgeschichte der Kunst" flihrt. Durch ein Mißverständnis seltsamer Produktivität ist aber - so meine These - das Gegenteil der Fall. Leó Popper liefert, als einer der ersten neben Meier-Graefe, dem frühen Max Raphael und Carl Einstein, die Elemente, die die historischen Zusammenhänge des Stilwandels der Moderne verständlich machen: wie in der okzidentalen Malerei aus dem fortschreitenden Wunsch nach Natur (wohl eine soziale Begebenheit, für welche die Entwicklung der photographischen Medien ein Symptom ist) notwendigerweise eine Kunst der Abstraktion hervorgeht. Und umgekehrt wie es möglich wird, daß die entzauberte Moderne plötzlich die aus einer streng religiösen Kunst geborene "afrikanische Plastik" massenweise rezipiert. 2 3 Das wird nur für eine Theorie verständlich, die den Zusammenhang zwischen künstlerischer Technik und möglicher Formung als eine Gesetzlichkeit des Materials erkennt, und für welche eine grundlegende Differenzierung des Formgefühls die Aenderung der Technik oder des Materials voraussetzt. Allein eine werkzentrierte Aesthetik kann die - wohl soziale und geschichtsbedingte ­Bewertung von Technik und Material zum Hauptgegenstand ihrer Deutungen machen. Dies mag der Grund der Begeisterung Max Webers für die Theorie des doppelten Mißverständnisses sein, wie sie Lukács aus dem Popperschen Werk hervorgehoben hatte. Der Grundgedanke entspricht - übersetzt ins " Wertfreie " - dem, was er selber in seinen Erörterungen zur "Soziologie der Kunst" entwirft. Nicht künstlerisches "Ausdruckswollen", sondern einzig das technische "Ausdrucksmittel" ist nach Weber für die Kunstgeschichte bedeutsam: "Die Aenderung der "Technik" ist (im höchtsen Sinne des Wortes) das wichtigste allgemein feststellbare Entwickfungsmoment der Kunst." 2 4 Arnold Hauser, der nicht daran zweifelt, das der Künstler das schafft, was er will, weigert sich den Schöpfungsvorgang als soziologische Erscheinung zu erfassen und überläßt ihn dem Bereich der Psychologie. Ist, wie Weber es andeutet, der soziologisch relevante Moment der Kunstschöpfung doch die Technik, dann ist zu vermuten, daß er die Hausersche These 135

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