Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1995. Sectio Philosophica.(Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 22)

Philippe Despoix: A termékeny félreértésről (Megjegyzések Arnold Hauserhez, Lukácshoz és Popper Leóhoz)

Affinitätslehre denken, dezufolge die anorganische Natur wie eine leise Erinnerung, ein rückwärtsgewandter Wunsch in jedem Organismus nachklingt. Aus der Schwere alles Kreatürlichen, wie sie in der Bildhauerei zum Ausdruck kommt, liest er die Verwandschaft zwischen Körper und Stein heraus und macht sie zum Fundament "statischer Wünsche". 1 4 Der menschliche Drang nach einer erstarrten, einheitlichen und zugleich vielheitlichen Welt - in der alle Dinge gleich und ewig nahe bleiben - geht auf die Goetheschen "chemischen Farben" der Stoffe zurück. So ist für Popper die Welt der Malerei aus einem gleichen farbigen "Teigsubstanz" gemacht, in welchem die Hand des Malers, die Farbe der Fläche und unser "sonnenhaftes Auge" verbunden werden. Jede Form der Kunst greift auf ein t/rmaterial zurück; in diesem, im Marmor des Bildhauers, in der Oelfarbe des Malers findet seine Theorie der bildenden Künste ­so wie im Wortklang seine Musiktheorie - feste Koordinaten. Ein solches Gesetz des Materials erinnert an Walter Benjamin, der später von einer Sprache der Plastik, der Malerei sprechen und vermuten wird, in ihnen liege "eine Uebersetzung der Sprache der Dinge in eine unendliche höhere Sprache ... Es handelt sich hier um namenlose Sprachen, um Sprachen aus dem Materiel." 1 5 Es ist das Geheimnis der jeweiligen Form, diese Sprachen zu empfangen, indem sie dem Material gerecht wird. Die (Ab)sonderung der sinnlichen Möglichkeiten, die jedes Medium definiert, um die ganze Welt mit einem Stoff zu erfassen, bestimmt zugleich das notwendige Scheitern dieser Intention: hier liegt der entscheidende Grund jener für Popper so wichtigen Theorie vom Paradox des Schaffensprozesses, vom produktiven Mißverständnis, welche er anhand seiner Bruegel-Cézanne Analyse am präzisten erläutert hat. IV. Der Bruegel Essay, der 1910 in der Zeitschrift Kunst und Künstler erschienen ist, war als Kapitel eines Buches über Cézanne geplant, des Fragment blieb. Zu den Vorarbeiten Poppers gehört die Verwertung der zeitgenössischen Literatur über Bruegel. Darin scheint er die spätere Polemik gegen den rein historisch­materialistischen Gesichspunkt vorwegzunehmen, wenn er z.B. zu Der Bauern-Bruegel (1910) von Wilhelm Hausenstein folgendes 130

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