Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1995. Sectio Philosophica.(Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 22)

Philippe Despoix: A termékeny félreértésről (Megjegyzések Arnold Hauserhez, Lukácshoz és Popper Leóhoz)

an diese Auseinandersetzung, im Vortrag Wissenschaft als Beruf wird der Soziologe im Bezug auf moderne Aesthetik sogar den Leitsatz aus dem Manuskripts Lukács wortwörtlich zitieren: "es gibt Kunstwerke, wie ist das (sinnvoll) möglich?" 8 Daß Lukács selber sich von diesem " wertfreien " Standpunkt entschieden entfernen und ihn wenig später in seiner Theorie des Romans (1916) gerade umkehren wird, um dort Aesthetik als theologische Geschichtsphilosophie zu konzipieren, gehört nicht mehr in diesem Zusammenhang. Wichtiger ist hier die Darstellung des Werkes Leó Poppers, dessen Mißverständnistheorie so zentral innerhalb der Heidelberger ästhetischen Debatten zu sein scheint. III. Der 1911 noch nicht 25jährig verstorbene Budapester Jugendfreund von Lukács, Leó Popper, war Künstler und Kunstkritiker zugleich. Seine wichtigsten Essays sind in Berlin und Wien um 1910 erschienen. Sie handeln von "Volkskunst" und modernem "Kitsch", von Aesthetik der Technik, von der Bildhauerei Rodins und Maillols, von Bruegel und Cézanne. Die meisten Essays hatte Karl Kraus in der Fackel verlegt, welcher als erster die ungeheuere Präzision Poppers Kritik, die v.a. an Kassner und Rilke, aber auch an Simmel anknüpft, erkannt hatte. Das Leitmotiv der Popperschen Kunstkritik bildet ein radikaler Formbegriff. Die Formen sind bei ihm alles Andere als das Produkt der künstlerischen Intention. Sie gehen einzig vom Werk aus. Der Unmitteilbarkeit jedes erlebten Inhaltes wird die Mittelbarkeit der Form gegenüber gestellt - durch den Schein. Kein Sinn ist aus dem Geformten ablesbar; ganz im Gegenteil, die Form, schreibt Popper in seinem Essay über Volkskunst , diese "wilde und selbständige Absicht" sucht sich ihren Weg zur Seele, denn "die Sinne fragen nicht nach dem Sinn, sondern nach dem Schein, um dann den eigenen Sinn zu schenken." 9 So ist in der Tat für Popper jede Rezeption, d.h. jedes Verstehen eines Werkes notwnedigerweise Mißverständnis. Damit nimmt er die frühromantische Kunstphilosophie Schlegels wieder auf, welche mit einer Aesthetik, die die Intention des Künstlers zum "Sollen des Rezeptiven" machte, zu Ende war. Die Kluft zwischen Notwendigkeit und dennoch 128

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