Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1995. Sectio Philosophica.(Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 22)

Philippe Despoix: A termékeny félreértésről (Megjegyzések Arnold Hauserhez, Lukácshoz és Popper Leóhoz)

Schaffensprozeßes der künstlerischen Intention gegenüber. Lukács spricht vom doppelten Mißverständnis - dem des "Ausdrucks" und dem des "Verstehens" - aus welchem "eine Welt entsteht, die von keinem der beiden (Momente) adäquat erreicht wird, die aber zu beiden in notwendigen, normativen Beziehungen steht." Gleichzeitig gibt er die Quelle dieses provokativen Gedanken: "Es ist Leó Poppers große Tat gewesen, daß er diese Grundtatsache der Kunst klar erkannt hat: ... für (ihn) war die Theorie der Technik und des Materials die Wahre Vorstufe zur Metaphysik der Kunst; denn für seine Anschauung waren technisches Wollen und Gesetz des Materials metasubjektive Träger des Willens zum Werk; (ein Wille) der über die wollenden und sich hingebenden Subjekte hinweg sich zu realisieren gezwungen ist und sich in dem Werk substanziert, um ein von den Menschen ersehntes ... aber nie erreichbares irdisches Paradies zu errichten." 6 Somit endet der erste Teil des Lukácschen Heidelberger Projekts, in welchem das Kunstwerk als "mißverstandene und dennoch wirkende" eine immanente Aesthetik erfordert. Daß eine solche Position eine radikale Differenzierung der Kunst als autonome Wertsphäre im Sinne Max Webers voraussetzt, braucht kaum betont zu werden. Lukács Schlußteil der Abhandlung ("Geschichtlichkeit und Zeitlosigkeit des Kunstwerkes") endet in der Tat mit einer Stiltypologie, die der Weberschen "Kulturphilosophie" verpflichtet ist. Ein großer Teil des Manuskripts ist Ende 1912 - Anfang 1913 abgeschlossen. Als ein der ersten Leser des Textes schreibt Max Weber Anfang März 1913 an Lukács zurück: "Heft 1 habe ich gelesen ... Die Grundthese akzeptiere ich, so viel ich sehe ... Daß, nachdem man Aesthetik vom 'Standpunkt' des Rezipienden, dann jetzt von dem des Schaffenden zu treiben versucht hat, nun endlich das 'Werk' als solches zu Wort kommt ist eine Wohltat. Riegl und Popper kenne ich nicht, zu meiner Schande sei es gesagt ... Ich bin begierig, wie es werden wird, wenn Ihr 'Form' - Begriff auftaucht." 7 Auf die Details der in der Korrespondenz diskutierten Kritiken kann hier nicht eingegangen werden. Aber Weber ist von dieser Lukácschen Skizze recht beeindruckt und seine späteren eigenen Erörterungen zur Kunst, wie jene in der "Zwischenbetrachtung" der Vergleichenden religions-soziologischen Versuche oder im Aufsatz über den "Sinn der Wertfreiheit", erinnern 127

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