VJESNIK 21-22. (ZAGREB, 1920.)

Strana - 312

312 1. Werden in Belgrad grosse Zubereitungen zum Krieg gemacht. Die Juden müssen täglich bis spät in Abend, im Zeughause an Patro­nenverfertigung arbeiten. Der Ober Canonier Pavle Poppovich ist sehr beschäftiget, taugliche Leute zur Bemannung derer Canonen zu formiren. 2. Den 21. dieses ist mittels öffentlichen Tromelschlag bekannt gemacht worden, dass den 22. nach geendigten Gottesdienst alle Bel­grader, so Pferde haben, nebst selben sich vor den Magistrat zu stellen haben. Diess ist geschehen, man schrieb sie alle auf und be­deutete ihnen, dass sie sämtlich regulirt wurden und dahero auch das nöthige Exerciren lernen müssen und hiezu hat schon heute der An­iang gemacht werden sollen. 3. Herr General von Rodofinikin hat schon voriges Jahr bey 20 getaufte türkische Knaben nach russischer Art kleiden und selben in der illyrischen Schule Unterricht geben lassen. Dieser Unterricht hörte nun auf und die Knaben werden in der untern Festung im Trommelschlagen täglich sehr emsig unterrichtet, auch von dem Land wurden zu dieser Absicht 20 Knaben von 14 bis 15 Jahren, nach Bel­grad gebracht, welche aber meistens wieder entloffen sind. 4. Diese Regulirung ist in allen Palanken vorgenommen und in allen Dörfern werden a proportione der Population zu dieser Regu­lirung Mensehen aufgeschrieben, z. B. Scharkova besteht nur aus 30 Häusern und es wurden darin 3 zu Cavalleristen und 7 zur Infan­terie aufgeschrieben. Die belgrader Bürger und Handelsleute sind sehr niedergeschlagen. 5. Ein bekannter belgrader Kaufmann, welchem eingangs er­wähnter Vertraute scherzweise sagte: Er solle bei ihm herüber blei­ben, er wolle ihn das nöthige Exerciren binnen wenig Tagen besser, als ihr jenseitiger Exerciermeister. lernen, erwiederte seufzend: Wenn es nur bei dem Exerciren bliebe, so gieng die Sache noch dahin, er habe aber dem Bürgermeister Radics seinen besonders guten Freund gesprochen und von selben als eine sichere Wahrheit erfahren, dass all die neu aufgeschriebenen nach der Wallachey gehen und aldorten das Exerciren von denen Russen lernen müssen, in der Zwischenzeit aber so viele Russen nach Servien kommen und alldort verbleiben würden, bis die Servier zurükkommen werden. 6. Hat sich der Bekenmeister des Bassa von Nissa einer Mord­that wegen zu die Servianer in das Lager des Petar Dobrinacz ge­flüchtet, dieser sagte, dass im vorigen Jahre die Bulyuk und Bim­baschen sehr oft den Bascha dringend baten, ihnen zu erlauben, über die Servier herfallen zu dürfen. Der Bassa aber wies sie immer mit Ernst ab, mit der Versicherung, dass er den ausdrücklichen Befehl

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