VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 1. i 2. - 28
28 lieh Igumen des Klosters von Krajina, zum Erzbischof erhoben wurde. Der Umstand, dass dieses berühmte Kloster einen Erzbischof bekam, konnte in dieser Gegend gar nicht auffällig wirken; befanden sich ja doch fast alle Residenzen der serbischen orthodoxen Bischöfe (jepiskup, biskup) in Klöstern, wie auch die des Erzbischofs von Žica selbst. 1 ) Bald wurde aber Theodosius, zweifellos weil für Katholiken unverläss lieh, seiner Würde enthoben. An seine Stelle kam (1453) Sabbas, Bi schof von Thermopylae. Schon der Name dieses Prälaten — Sabbas, Sveti Sava hiess auch der Gründer der serbischen autokephalen Kirche — zeugt von der grossen Umsicht, mit der diesmal die Kurie hier verfuhr. Als dritter Erzbischof von Krajina erscheint im J. 1454 ein Mann von ausgezeichnetem Talent und riesiger Ambition, zweifellos ein Nordal banier aus dem vornehmen Geschlechte der Dušmani in Polato. 2 ) Im .1. 1440 noch Pfarrer der Augustinerkirche von Treviso unter Venedig, wurde Paul zum Bischof von Svač, 3 ) dann 1446 zum Bischof von Dri vasto ernannt. Als solcher weilt er im J. 1452, also gerade zur Zeit der Dethronisation des ersten Erzbischofs von Krajina, in Rom und wird im Juli dieses Jahres vom Papst als Legat zur Schlichtung der Feind schaft zwischen Skenderbeg und der Familie Dukagin nach Albanien Besitzungen der Kirche „s. Maria de Goriza* an der Bojana (1387 in ragusanischen Do kumenten „s, Maria de Goriz de Ludrino", Jireček, Das christliche Element 19) mit Ge walt entrissen hat. Der Senat ordnet dem Kapitän von Skutari an, die Angelegenheit zu untersuchen. — Unter den „Metropolite Craine" bei Ljubić, Listine 9, 194 (1444) scheinen noch die orthodoxen Bischöfe von Zeta gemeint zu sein. 1 ) Jireček, Staat 1, 47. 2 ) „Cognomento Dussius" sagt Farlati 7, 240. Dieser Beiname ist meiner Ansicht nach kontrahiert oder verdorben aus Dusmanus, dem Namen des Ahnen der Herrn von Unterpilot im 15. Jahrhundert (Ljubić, Listine 5, 44 vgl. 10 und Jorga, Extraits 1, 139 und Hopf 2, 97 N. 42). So wird auch bei Farlati (7, 270) ein Bischof von Polato (1427—46) Dussus genannt, der bei Eubel 1, 424 ausdrücklich Dusmanus heisst. Was die alten Bio graphen Skenderbegs über die Abkunft Pauls aus der Drivastiner Familie Angeli (vgl. AAlb 1, 468) erzählen, ist zwar nicht kontrollierbar, aber gewiss falsch, denn man kann mit Bestimmtheit annehmen, dass hier eine Verwechslung dieses Paulus mit seinem Zeit genossen Paulus, Erzbischof von Durazzo (1460—1469) und intimem Freund Skenderbegs. vorliegt. Am 20 December 1478 erteilt der Senat von Venedig „an Petrus Angelo aus Drivasto (Petro Angelo de Drivasto), einen Bruder des verstorbenen Erzbischofs von Du razzo, der im Dienste der Kommune starb", für seine ausgezeichneten Dienste eine mo natliche Pension von 6 Dukaten (Senato Mar. 11, fol. 5 v). Demnoch führte Erzbischof Paul tatsächlich den Familiennamen Angelus, da er aber, bevor er zum Erzbischof wurde, Archidiakon von Durazzo war (Eubel 2, 164), so ist es anzunehmen, dass er ein gebo rener Durazziner war, dass also nicht er aus Drivasto, sondern sein Bruder Peter aus Durazzo nach Drivasto kam, um dorten zum Ahnherrn der Familie Angeli zu werden, die sich im 16. Jahrhundert schon den Herzogstitel (dueibus Drivasti) aneignete (AAlb 1, 468). Als solcher machte er sich für die Rückeroberung Drivastos und einiger Orte in Zeta äusserst verdienstlich und erhält 1443 (11. April) vom venezianischen Rat als Ersatz für den erlittenen Schaden 8 Dukaten monatlich (Senato Mar. 1 fol. 166).