VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 1. i 2. - 27
27 der einstigen berühmten Wallfahrtskirche blieb nichts übrig als Vladi mirs Kreuz, „das Kreuz von Krajina" (Krajinski krst), welches seit der Bekehrung der Krajina zum Islam im Dorfe Velji Mikulići im Gebiete der Mrkojevići zwischen Dulcigno und Antibari verwahrt wird. „Am Pfingsttage pilgern alljährig sowohl Mohammedaner, als griechische und lateinische Christen mit diesem Kreuze auf den Berg Rumija (1595 Meter) frühzeitig im Morgendunkel, damit die aufsteigende Sonne den Zug auf dem Gipfel erreicht, von welchem sich eine gewaltige Rundsicht über den See von Skutari, die Gebirge von Montenegro und Nordalbanien und das Küstenland zwischen Kattaro und Durazzo eröffnet". 1 ) Es war zweifellos derselbe Nymbus, der heute noch im Kreuze von Krajina kondensiert eine Erscheinung ohne ihresgleichen erzielt und den schwerwiegenden Unterschied dreier Religionen für einen Au genblick zu verwischen vermag, welcher in Verbindung mit den da mals (1439) sehr ernst gemeinten Unionsverhandlungen das Erzbistum von Krajina schuf. In einer Zeit, als seitens der Kurie gegen renitente Schismatiker, die sich hier wie auch in Griechenland 2 ) öfters mit den Türken gegen die Lateiner verbündeten, 3 ) fast mit gleicher Wucht ge kämpft wurde wie gegen die Türken selbst, ist es nur natürlich, wenn Rom alles aufbieten wollte, um in den Besitz eines so starken Macht faktors zu kommen, wie die Prečista Krajinska gerade Anfangs des 15. Jahrhunderts für die Volksseele in der Durchbruchszone war; und dies umsomehr, als durch die damit erzweckte Katholisierung des ma ritimen orthodoxen Slaventums (Montenegro) der dalmatinischkroatische und der albanesische katholische Damm in einander gegriffen hätten ! Wer Rom auf diesen Machtfaktor aufmerksam gemacht und wie die Pourparlers geführt, ist nicht bekannt. Es war dies jedenfalls ein aus gezeichneter Kenner der dortigen Verhältnisse ; ich denke an Paulus, den dritten Erzbischof von Krajina, der noch als Pfarrer von Trevizo über die Republik Venedig, dann aber als Bischof von Drivast in dieser Hinsicht auf Rom auch direkt einwirken konnte. Dabei ist aber auch die Mitwirkung des berühmten Dominikanerkardinals Johann Stojković aus Ragusa (f 1443) als fast sicher anzunehmen. 4 ) Tatsache ist, dass vor 1446 5 ) ein gewisser Theodosius, wahrschein 1 ) Jireček, G. der Serben l, 207 f. nach JastrebovIšević, Godišnjica Nikole Cu pića 24 (1905) 235 f. 2 ) S. den Verrat des griechischen Erzbischofs von Athen Makarios im J. 1395 bei Hopf 2, 60 N. 63. 3 ) Im J. 1462 gestatet der Papst dem Kommendatar der grossen Benediktiner abtei Rtac (Rotezo) bei Antibari, er könne die Beute, die er „den Türken und den sla vischen Schismatikern" genommen, behalten (Theiner, M. Slav. 1, 463). *) Über ihn s Jorga, Notes 2, 1 N. 1 ; Beer, Serta Harteliana {Wien 1896), 270 ff. 5 ) Der „archiepiscopus Sclavonensis de Craina" wird das erste mal 1446, 12. Au gust in venezianischen Akten genannt (Senato Mar 2, fol. 164), weil er angeblich einige