VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 1. i 2. - 25
25 schof des nahen Balezo verschwindet um diese Zeit (1478) endgültig. 1 ) Nach 1501 muss auch der Erzbischof von Durazzo aus der Stadt aus ziehen, wohnt in Rom und ist im J. 1535 „gar nicht verpflichtet bei seiner Kirche zu residieren" ; später residierte er in Delbinište, einem Dorfe im Mattale, das noch heute als seine Sommerresidenz gilt. 2 ) Nach 1570 wohnte der Metropolit von Antibari in Budva. 3 ) Im Süden, wo der Katholizismus nie festen Fuss fassen konnte, und im Norden, wo Sich die beiden alten Kirchen bis in die Türkenzeit hinein befehdeten, am östlichen Rande der Durchbruchszone unterlag das albanische Ele ment dem Islam, aber gleich der orthodoxen slavischen Masse in der Durchbruchszone (Montenegro), wiederstand es demselben ziemlich zähe in seinem Kern trotz des Übertrittes der meisten nicht ausgewanderten Adeligen*) zum Islam. Im Jahre 1518 befahl die Kurie den Bischöfen von Alessio, Sappa (Sarda, Polatensis Minor), Skodra, Polato, Drivasto, Kroja, sie mögen ihre Residenzen beziehen, „da in diesen Gegenden sehr viele christliche Kleriker und Laien sich befinden". 5 ) Die erstge nannten vier Diözesen erhielten sich im albanesischen Medium (Mirediten, Hotten, Klimentiner) bis in die jüngste Zeit neben den beiden Metro politen von Antibari und Durazzo, für welch letzteren im Jahre 1798 wiederum einmal, wie einst am Ende des 12. Jahrhunderts behauptet wurde, 6 ) er habe keine Suffraganbischöfe. Alle andern Bistümer ver schwinden unter der Türkenherrschaft entweder plötzlich wie z. B. Ba lezo oder Ulcin mit dem Falle der Stadt (1478, 1571), oder aber all mählig, indem sie noch eine Phase der Kontraktion mit andern Bistü mern durchmachen wie Kroja, Sarda, Drivast etc. An dieser Stelle soll als Uebergang zum zweiten Abschnitt auch einer exotischen kirchlichen Kreation des 15. Jahrhunderts an der ortho doxen Durchbruchszone Erwähnung getan werden, die schon manchem älteren kirchlichen Geschichtsschreiber viel Kopfzerbrechen verursachte und in der neueren Zeit selbst der Kurie vollkommen rätselhaft erschien. Es ist dies der „archiepiscopus Crainensis (Craynensis)", ein Metropolit, der in den Akten zwischen 1452—1495, also zur Zeit des türkischen Hochdruckes erwähnt wird, dessen Entstehen aktenmässig auch heute noch völlig dunkel ist, dessen Residenz man in Krain, in der Makarska, in Albanien suchte, von dessen' Kompetenz man nur so viel wusste, !) Ebd. 7, 209. 2 ) N. Fr. Presse 1910, 27. April. 3 ) Farlati 7, 106. 4 ) Schon vor 1428 trat Georg Skenderbeg zeitweise zum Islam über (Jireček, Arch. slav. Philol. 19, 90). 5 ) Farlati 7, 247, 265, 280, 280. 6 ) Seitens des damaligen Erzbischofs von Antibari, der damals Alessio, die einzige Suffragankirche von Durazzo, an sich reissen wollte (Farlati 7, 394),