VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
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275 Dalmatiens mit den alten Städten wie Zara und Trau und den roma nischen Neubildungen wie Spalato und Ragusa. Im Süden fand der byzantinische Besitz seine ungeschmälerte Fortsetzung zuerst in dem grossen Thema Nikopolis, später aber (nach dem 10. Jahrhundert), als sich fast um eine jede grössere Stadt eine Administrationseinheit (früher wahrscheinlich nur eine Turma) bildete, in der auch die Insel Korfu einbegreifenden Provinz Vagenatia 7 am Festlande, der Starea (TIJ OTspsà = Festland) des 15. Jahrhundert, 8 die wiederum in dem Zeit alter der Komnenen im Norden eine Amputation erlitten zu haben scheint durch die Errichtung ,der Provinz Jericho, einer christlich jüdischen Metamorphose der antiken Stadt Oricum. 9 Tiefer landeinwärts grenzte das Thema Dyrrhachion an die Provinz loannina (Janina). Wegen Mangel an Quellen können wir einzelne Verschiebungen dieser Grenzen in verschiedenen Zeiträumen nicht genau verfolgen, denn Vieles von dem Wenigen, was uns bis zum Ende des 11. Jahr hunderts über dieses Thema und seine Nachbaren berichtet wird, zeugt zwar von sehr warmen Tagen, die die Statthalter von Durazzo durch leben mussten, ist aber für die Geschicke des Themas selbst nicht entscheidend. Dazu kommt noch, dass die darüber berichtenden Ge schichtsquellen selbst, infolge historischer Reminiszenzen und lokaler frischgebildeter Landschaftsbegriffe ganz willkürliche Amputationen vor nehmen, die zwar wie auch natürlich die faktischen byzantinischen Administrationsgebiete momentan gar nicht berühren, aber den Blick des modernen Historikers stark trüben können. Der alte Umfang der römischen Provinz Dalmatien war noch im 13. Jahrhundert nicht ver gessen ; das Beharrungsvermögen kirchlicher Institutionen und die Am bition einzelner Kirchenfürsten erhielten hauptsächlich dieselbe wach. 10 Sowohl nach Presbyter Diokleas, dem Vorfechter der Rechte des Anti barenser Erzbistums (um 1200), als bei dem Geschichtsschreiber der Salonitaner Kirche Thomas Archidiakonus (f 1265) befinden sich die Städte Antibari, Dulcigno, Suač in der „Dalmatia superior". Daneben erhielt sich besonders bei den Lateinern für die Landschaften bis an die Mündung der Bojana und des Drim bei Alessio ebenso zäh der ethnographische Terminus Sclavonia, Sclavenia als Rest des einstigen ungeheueren, von Slaven besiedelten Landeskomplexes zwischen Zara, Thessalonik und Rhodope (ExXaßivtxai, Sclavinica des. 7—10 Jahr 7 Novaković, Prvi osnovi slov. književnosti (Belgrad 1893) 72. 8 AAlb 1, 129 N. 3. 9 AAlb 1. 112 N. 4; Jireček a. a. O. 1, 184. 10 AAlb 1, 63. Sufflay, Vjesnik 17 (1915) 12f. = Thallöczy, Illyrischalbanische Forsch. 1, 204f. Bartoli, Das Dalmatinische 1, 123f. *