VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 3. i 4. - 276
276 hunderts) und als die südlichste Fortsetzung der breiten slavischen Zone, deren einzigen und nördlichsten Ueberrest noch immer das heu tige, zwischen der unteren Drau und der Save gelegene Slavonien kennzeichnet. 11 Der Terminus, doch ohne besondere geographische Be deutung, wurde auch an die Albanesen vermittelt. 12 Ein Teil der ehe maligen Praevalis führte seinen Namen von der einstigen Römerstadt Doclea und heisst griechisch zurechtgemacht AtöxXsta, lateinisch Dioclia, serbisch Dioklitija 13 mit dem Zentrum um Skodra. Seit dem 11. Jahr hundert wird dieser Name durch den der Zeta, einen Flussnamen des Landes verdrängt 14 . Die zähe Lebenskraft dieser geographischen Be. griffe beweist besonders der Umstand, dass in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, als Kaiser Emanuel auf vielen Punkten den einstigen Limes erreichte, man hier nach keinen historischen Reminiszenzen suchte, sondern dass man an tatsächlich lebende Namen anknüpfte und einen „dux Dalmatie et Dioclie" einsetzte (1166). Diesen Titel (rex Dalmatie et Dioclie) übernahm dann unmittelbar der in Skodra residierende serbische Dynast Vlkan (1199), dessen Ahne noch vor hundert Jahren (1089) einfach „rex Sclavorum" genannt wurde. 15 An dere Landschaftsbildungen wie Polatum, Chunavia, Mokra (Moxpoç) hatten im Thema Dyrrhachion nur kirchlichadministrative Folgen. Die Wichtigkeit des Themas stieg besonders im 9. Jahrhundert mit der Eroberung von Tarent (839) und Bari (841) durch die Araber und durch das Vordringen der Bulgaren aus dem Innern der Hämus halbinsel, wo sie seit 809 die grosse Festung Serdica besassen; im Norden fühlte man damals (812) auch den unmittelbaren Druck der fränkischen Macht. 16 Nebst der Inselprovinz Kephallenia, dieser wichtig sten maritimen Position zwischen Italien, Griechenland und Afrika, wurde auch das Thema Dyrrhachion zur Operationsbasis des byzan tinischen Reiches eingerichtet gegen die konzentrische Zone der „Va " AAlb 1, 517. Sufflay, Ung. Revue 4 (1915), 892. 12 Škenia bei den Gegen, Slavenland (aus Sclavinia), Skinikeri (aus Sclavinica), Jireček, G. der Serben 1, 114 N. 2. Vgl. 1438 „Giono Schma (Schina?) de Musachis stipendiarius" Jorga, Notes 2, 353 N. 1. 13 Bei Cinnamos (V. 17) fungiert die Landschaft als eine Stadt (Sufflay, Hrvatska 50, N. 2). Bei Sticotti, Die römische Stadt Doclea (Balkankomm. 6, 1913) 216 versucht Jelić einen Nachweis zu führen, dass bis in das 10. Jahrh. eine Stadt gleichen Namens als Nachfolgerin der römischen Doclea tatsächlich existierte! 14 Jireček, Handelsstrassen 20; G. der Serben 1, 161; Glasnik srp. geogr. društva 3 (1914) 152 = Thallöczy, Illyrischalb. Forsch. 1, 98. *« AAlb 1, 68 u. 114f. 16 Gasquet, L' empire byzantin et la monarchie franque (Paris 1884) 294ff. Har nack, Beziehungen des fränkischitalienischen zu dem byz. Reiche (Göttingen 1880) 47ff. Hartmann, G. Italiens III 1, 63f