VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 3. i 4. - 274
274 auch die Landschaft um Dyrrhachium stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. 2 Starke byzantinische Truppen verteidigten damals diesen Schlüssel zu den Verbindungen mit der Adria und Italien, und nach dem vollendeten Niederschlag des ethnischen Wirbels im 7. Jahr hundert kristallisiert sich aus dem Chaos der früheren römischen Pro vinzeinteilungen um diese Stadt bald eines der wichtigsten Themata des byzantinischen Reiches, bis 1204 ein wahrhaftiger Stahlhebel der byzantinischen Vormacht an .der Adria. Aber wie ein Lichtquell den Nachtfalter, so zog dieses reiche Emporium am Ende der Via Egnatia die Barbaren aus den Schluchten des Hämus an, die zu der märchen haften Weltstadt am Bosporus nicht vordringen konnten. An der Grenze zweier Welten postiert verspürte Dyrrhachion ausser den Ge walten des Balkans auch jede Verschiebung der dynamischen Ver hältnisse zwischen Osten und Westen und trägt in bezug auf den fortwährenden Wechsel der politischen Oberhoheit den Rekkord über alle mittelalterlichen Städte des Mittelmeeres davon. 3 Die ursprüngliche Ausdehnung dieses Themas kann man ziemlich genau feststellen, wenn man ausser einigen Nachrichten des Porphy rogenetes (3, 141 und 145) die gleichzeitige Ausdehnung des erzbischöf lichen Sprengeis von Durazzo, 4 die Angaben der venezianischen Ur kunden aus der Zeit der Okkupation von Durazzo (1204), für die nörd lichen Grenzen den Presbyter Diokleas (um 1200), für den Süden aber einige byzantinische Positionen in späterer Zeit berücksichtigt. Die Grenze begann im Norden mit dem Städtepaar AntibariDulcigno, ging über den See von Skutari (Krajina), fasste die Landschaften Polati und Chunavien mit den Bergen von Bagora (Möns Bagulatus) am Westufer des Sees von Ochrid im Rücken ein, lief im Süden übef Tzernik (Scampa, Elbassan), Belgrad, die Burgen von Klissura (Clau sura) an der Vojussa, über Gradec (Byllis der Römer) und die Berge von Spinariza 5 unterhalb Aulona dem Meere zu. Es war dies eigent lich das mittelalterliche ethnische Albanien, 6 nur im Nord und Südosten um einiges geschmälert. Die spätrömische Provinz Praevalis verschwindet vollkommen. Im Norden an der Küste grenzte das Thema an die Reste 2 AAlb 1, ,40; Johannes Biclarensis, M. G. Auct. Ant. 11, 214f. 3 Binnen 400 Jahren (992—1392) wechselte die Stadt Durazzo nach meiner Zählung 31mal den Herrn! Vgl. Gopčević, Geschichte von Montenegro und Albanien (Gotha 1914) 55. 4 Vjesnik zem. ark. 17 (1915) lOf = Thallöczy, Illyrischalbanische Forschungen 1 (Bpest 1916), 96 f. 5 Vgl. Jireček, Valona im Mittelalter, bei Thallöczy, lllyrischalb. Forsch. 1, 174. 6 AAlb 1, S. Ulf. Sufflay, P. Lloyd 63 (1913), 13. April S. 4.