VJESNIK 16. (ZAGREB, 1914.)

Strana - 259

259 gen ohne einem Blutstropfen wiedererobert worden, besonders da die Franzo­sen alle Kabalen und Intriguen anwandten, um die Stimmung für ihren Vor­theil zu erhalten. Hätten die eingerükten 6 Battaillons, von welchen 5 aus lauter Gränz-Truppen bestanden, nicht diese Stimmung angetroffen und diese nicht wieder auf sie zurükgewirkt, so wäre, darüber herrscht in ganz Kroatien nur eine Stimme, das Ziel nicht so bald und so leicht erreicht worden. Es wäre traurig, sezt ein Korrespondent hinzu, wenn dem Gedächtnisse des Mo­narchens diese erprobte Treue einer ganzen Nation deshalb entfallen könnte, weil einzelne dessen Gnade nicht verdienen. Die zweite Frage: sind einzelne Mitglieder des croatischen Adels für die vormalige Napoleonische Regierung eingenommen? — kann freilich nicht ver­neinet werden, allein deren sind wenige und dürften nach der Versicherung der meisten Korrespondenten die Anzahl jener einzelnen Lobredner Napoleon's nicht übertreffen, Welche sich fast in jeder Prowinz von Europa vorfinden. Eigentlich liegt diesen Gesinungen keine Anhänglichkeit an Napoleon zum Grunde, son­dern mehr an seiner Handlungsweise, alles geschwind und bestimmt zu ent­scheiden und zu reguliren, wogegen die dermalige Handlungsweise, nach wel­cher das Meiste nur provisorisch geschieht, die Meisten unzufrieden macht, weil dem Menschen nichts unerträglicher als Ungewissheit ist. Die höchst drü­kenden, täglich sich verschlimmernden Zeit-Umstände geben ebenfalls Veran­lassungen zu Vergleichungen der vorigen und izzigen Zeiten, und da solche unter der drükenden französischen Regierung dennoch besser und erträglicher waren als dermalen, so schreibt man diesen Unterschied auf die Rechnung der izzigen Regierung, welche man des Mangels an Energie, dem Uebel abzuhelfen, und der Gleichgültigkeit gegen so laute Klagen des gedrükten Volkes beschul­digt. Endlich soll nach der Behauptung einiger Korrespondenten, welcher auch die hiesigen Ungern und Croaten beistimmen, der Allste Hof an den geänderten Gesinungen Einiger aus dem kroatischen Adel selbst Ursache tragen, nachdem Allstderselbe zum allgemeinen Missvergnügen und Aergerniss gerade jenen Men­schen, welche entusiastisch der vormaligen Regierung anhiengen und noch izt im geheimen mit Bewunderung von ihr sprechen, ja die vormals über Oester­reich und über dessen Regenten sich Schmähungen erlaubten, wie zum Bei­spiel ein Anton Zdenchay, Svabelly, Szvillichich, Stephanecz, Lubich, Gerliczy und andere mehr, die besten Anstellungen verliehen hat. Dadurch muste es geschehen, dass der Allste Hof im eigentlichen Verstände gar keine Parthei im Lande unter dem Adel für sich erhielt, denn die Napoleoniten werden durch alle Gnaden des Hofes nicht wahrhaft gebessert und sehen diese ihnen zu Theil werdenden Gnaden als Beweise an, dass man sie für furchtbahr halte und sie daher zu gewinnen versuche, und die treuen Anhänger des Allsten Hofes beschuldigen denselben des Undankes und erkalten in ihren Gesinnungen, weil sie sich den Napoleoniten nicht nur gleich gehalten sondern sogar zurük­gesezt sehen. Die dritte Frage: herrscht unter dem croatischen Adel Missvergnügen? — muss nicht nur bejaht, sondern das Nemliche von allen Ständen mit Ein­schluss der Bürger und Bauern Croatiens behauptet werden- Die Ursachen sind folgende ; *

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