VJESNIK 16. (ZAGREB, 1914.)
Strana - 255
255 seinem Weibe wohnet. Nun gleich Anfangs dieses Monaths Hess dieser Draskovich (dessen Bruder Georg, welcher in Dresden war, vor 14 Tagen aus dem Badner Baade hieher zurükgekomen ist) seine besten Sachen aus seinem Gute Rechicza in Illyrien nach und nach, ohne allen Anstand der Illyrischen Mauthen hieher nach Agram transportiren. Er bezog hier ein gemiethetes Quartier im Baron Magdalenitschischen Hause. Er wüste es dahin einzuleiten, dass Er als Besitzer eines bischöflichen Praediums in der Agramer Valahischen Gasse, welches nicht 200 fl eintragt, zur Landes-Congregation so wie im Jahre 1811 zum Landtage berufen, dieser lezten Landes-Congregation so wie jenem Landtage beywohnte. Mir war seine Erscheinung wirklich aufallend und darum war ich veranlasset, Ihm mit aller Höflichkeit zu fragen, ob Er als gewester im Jahre 1805 Insurections - Obrist in dieser Eigenschaft der Insurection nicht vorstehen wolte. Sehr bescheiden hat Er mir in der Landes-Congregation am 3. August geantwortet, dass Er als in Illyrien begüttert jezt noch nicht mitmachen könne; dagegen, wenn unsere Truppen bis Karlstadt vordringen werden, das seinige beytragen wolle. Als sich nun unsere Truppen um Agram samelten, war dieser Draskovich hier in Agram und wüste sich überal den Eintrit zu verschalen, kam auch zum Radivojevich am 17., eben damals nachmittag als ich allein mit dem Generain in Zimer war, um diesen zu besuchen, welchen Er niemals vorher gesprochen hat. Als Radivojevich von hier den 20. d. M. sein Hauptquartier nach Jaszka verlegte, verfügte sich Draskovich nach Karlstadt und kam gestern Abends zurück; heute äusserte Er den Wunsch, morgen nach Wien mit der Post abzureisen, und fragte mich, ob ich nichts zu bestellen hätte. Der Mann, welcher mir am 3. d. M. sagte, dass Er sich thätig beweisen werde, wenn unsere Truppen nach Karlstadt vordringen, scheint nun auf sein Wort vergessen zu haben. Ich habe heute den Herrn Obergespan v. Lukavszky auf dieses Betragen des Grafen Draskovich aufmerksam gemacht; auch dem alten Herrn bleibt es Räthsel, mir aber um desto verdächtiger, weil mir der Herr Obergespan sagte, dass sich Draskovich beym Bischof beschwert hatte, dass Er zur General-Congregation des Comitats nicht berufen war. H. Obergespan sagte mir, der Draskovich habe sich vor dem Bischof geäusert, dass Er einen Hussaren Insurgenten für sich gesteh haben würde. Diese Pralerey scheint mir desto mehr ein schalles Wort, weil mir der Draskovich, wie oben erwähnt, sagte, dass Er, so lange unsere Truppen nach Illyrien nicht vordringen, weil Er dort begüttert ist, nichts thun könne. Weil die hiessige Gränz-Polizey nach der lezten a. h. Entschlüssung noch nicht eingerichtet ist und bey den jetzigen Umständen darauf nicht zu denken sey, darf ich es nicht wagen, ohne dem H. Obergespan und dem Bellossevich zu nache zu tretten oder bey dem H. Kanzler Grafen Erdödy zudringlich zu scheinen, diesem meine Berichte im Polizey-Fache auf dem ordentlichen Wege zu unterlegen. Darum habe ich heute den H. Obergespan auf dieses räthselhafte Betragen des H. Grafen Draskovich aufmerksam gemacht und den H. Obergespan gebethen, diese Reise des Draskovich nach Wien S. Exc. dem Kanzler einzuberichten ; der H. Obergespan hat dieses mit der nächsten Po§t am 25. d. M. zu leisten versprochen.