VJESNIK 12. (ZAGREB, 1910.)

Strana - 215

215 dasz er nit selbst zu im khome, ime zuesprech vnnd empfange, dann es wehre dis in irem landt nit der gebrauch. Darüber sich der Herr Orator bedanckht vnnd hinwiderumb alle wolfarth wünschen lassen. Er Serdar hat auch ein guette weil vnnd so lang auf dem Rosz still gehalten, bisz der Tschausz mit der Antwort wider zu im khomen, alszdann sich gegen Herrn Oratoren widerumb genaigt vnnd fort ge­ritten. Diser Vesier vnnd Serdar, dieszmal in Hungern Locumtenens, war khein grosse aber zimblich tückhe, schon alte Person, hat gar khein Pardt, dan er ain Eunuchus war, gar ein kleine weiberische redt, sol doch ainn guetter Khriegsman sein, mit nahmen Hadum Mehemet Passa. Vor im reiften viel vornehme Türggen vnnd gingen ein anzal Janitschären mit irem röhrn, auch seine Laggeien vor im her, in stat­lichenn Khlaidern. Auf ime gleich folgten zu rosz acht seine Edlkhnaben, gelb adlas gekhlaidt, sy vnnd die Rosz, mit Säbel, Pallasch, Stehern, auch schön rott Sammet gestückhten Pogen vnnd Pfeil Taschen, in der linckhen handt 'schöne Tartschen, in der rechten aber rote lange Tärta oder Schaffelin, mit schönen quasten droben gezierdt, hinden nach etlich wol geziertte Reitter mit gar schönen Panzerhemmet an­gethan, vnnd lange röhr in hendten, auf einer seitten hielten ein anzal reitter, alle in vergulden (fol. 41 a.) Sturmhauben. Alsz nun der Herr Orator in sein Zelt khommen, sein diese alle wider in die Statt ge­ritten, aber ein sehr grosse anzal Volckh vmb dem Zelt geloffen vnnd sich gar hinzue getrungen, den Herrn Oratorn zu sehenn. Alsz der Herr Orator nun bey einer halben stundt im Zelt gewesen, hat man ein rundte Thaffelleder gebracht, auf die Erden gebraittet, lange hülzene Leffel gelegt, vnnd darauf in hocher Metallen Schüsseln ein zwainzig allerley auf türggisch arth zuegerichte Speissen gesezt, darzue Herr Orator mit etlichen seinen fürnehmen leuthen auf die Erdten nider gesessen, vnnd das fruestuckh gessen, hernach aber erst rechte Malzeit gehaltten. Auf den Abent ist ein armer gefangener teutscher Paur zum herrn Oratorn khommen vnnd vmb Gotteswillen gebeten, im ledig zu machen, mit anzaigung, er wehre des herrn Trautson vnderthan. Darauf er herr Orator dessen herrn, welcher ain Fleischhackher, fragen lassen, was er ime darfür geben solle. Er 40 Tucatten begert. Herr Orator im 22 gebenn, aber er nit nehmen wollen. Destwegen herr Orator dasz gelt zu dem Tefterdar aida geschickht vnnd ime bitten lassen, er solle erkhennen, ob für diesem armen Menschen disz genueg wehre, da er aber vermaint zu wenig sein, wolte er mehr geben. Darauf er Tefterdar aus aigener bewegnusz dem gedachten Fleischhackher für den gefan­genen 40 Taller geben, dem herrn Oratorn solchen geschenckht vnnd zu dem Zelt geschickht.

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