VJESNIK 9. (ZAGREB, 1907.)

Strana - 55

55 Kayser Albrechts den len die Schweitz sich unabhängig, und frey gemacht hatte, zog ein Zweig der Hoggerischen Familie treu Ihren Kayser, mit seinen Heere und widmeten sich den Soldatenstande. Meiner Gattin Mutter hiesz Ca­roline Freyin Marklovzky von Zebracz deren Eltern, und Vorältern in Schlesien begüttert waren, besizend die beyden Orte Domaslovicz. Diese Familie stamt aus Pohlen. Meine Frau 18 Jahre alt, als ich Sie heirathete war hübsch von Gesicht, und Gestalt, schlank, mehr klein als grosz, besasz einen sanften Ka­rakter, und viele Herzengütte, und Geisteskraft. Als 1794 und 1795 drey Divisionen des Vecseyschen Regiments unter Comando meines Obersten Baron Spiegelberg zur deutschen Armee gegen Frankreich abgerückt waren, bestirnte man mich zum Commendanten der zwey in Pohlen rückgebliebenen Divisionen und Reserve-Escadron. In dieser Zeit brach die bekante Kosciuskische Confé­dération aus, allwo ich Gelegenheit hatte unter Comando Herrn Feldmarschal Lieutenant Grafen Harnonkour vorzügliche Dienste zu leisten, das im Jahr 1796 meine Beförderung zum Oberst-Lieutenant im Regimente zur Folge hatte. Bevor ich weiter gehe, musz ich den Faden der Geschichte, mit Einschaltung einer nicht zur Sache scheinenden Erzählung, unterbrechen, die aber im Grunde mich zur Haupt Epoche meines Lebens führt. Der nachherige F. M. Lieute­nant Ott war einst Oberste bey Erzherzog Joseph Hussaren. Dieser eigennüt­zige Vorsteher dieses Regimentes desorganisirte durch unverdiente Wahl der Officier, und Unterofficiers, von sträflichen Eigennutze geleitet, in wenig Jahren das aus den siebenjährigen Preusenkriege berühmte damals Kalnokische, nun E. H. Joseph Hussaren Regiment auf das unglaublichste. Sein Nachfolger Obrist Baron St. Kereszty, sonst ein braver Mann doch kein Régiments-Com­mandant, um das zerstörte wieder aufzurichten, verbesserte, wie natürlich nichts. In dennen erstem Feldzügen des Französischen Krieges bekam das Regiment einen so schlechten Ruff, dasz es auf den Puncte stand, reducirt zu werden. Allein Kayser Franz der lste in Rücksicht des Bruders Namen, den das Regi­ment führte, erklärte sich, er wolle selbst dem Regimente einen Obersten geben der es schon zu Rechte bringen wird : und so fiel des Kaysers Wahl an mich, das ich vermutlich, früher den Devins, und später meinen braven Obristen, und Freund Spiegelberg zu verdanken habe. Bald darauf, als ich Obristlieute­nant, erhielt ich die ganz unvermutete Beförderung zum Obristen, und Regi­ments Commandanten 1797 bey Erzherzog Joseph Hussaren. Das Regiment als eben Waffenstilstand war, lag in der Gegend von Görtz in friaulischen zu Romano in Cantonnirung. So niederschlagend die Schilderung war, die man mir auf meiner Reise durch Wien von Regiment machte, fand ich es, leider nicht übertrieben. Zu meiner" einzigen Beruhigung, und auflebender Hoffnung traf ich einige wenige brave Officiers dabey. Ich halte es für Pflicht sie hier namhaft zu machen, als Major Hertelendi, Primier Rittmeister Fulda, dieser vorzüglich, primier Rittmeister Martin Rakovzky, Oberlieutenants Borbily, und Bertholdy. Durch unermüdeten Fleisz, unerschütterliche Strenge, und Gerechtig­keit, belobend und belohnend Alles Gute, den Schuldigen nie schonend, unter­stüzt von Hof-Kriegsrathe, meinen damaligen Comandirenden Feldzeugmeister Olivier Graf Valis, vorzüglich aber von meinen Brigadier Generalen Fürsten Xavier zu Hohenzollern, und vom Glücke begünstigt, wurde das Regiment in kurzen durch einen Armee- Befehl, der Italienischen Armee zum Muster auf T

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