VJESNIK 9. (ZAGREB, 1907.)
Strana - 56
56 gestellt. Beym Abschlusz des Friedens von Campo Formio, kam das Regiment nach Steyermark, und zwar der Staab nach Murek in Cantonirung. Begünstigt von der Nähe der Dislocirung, hatte ich nun Zeit, und Gelegenheit die frühere nur paliative Organisirung in eine dauernde Festigkeit umzubilden. Der sich da erworbene Friedensruhm, sich auf alle millitärische schöne Eigenschaften gründend, war ausgebreitet. Es fehlte nur diesen Friedensruhm, durch glänzende Kriegsthaten zu krönen, dazu both sich bald die Gelegenheit dar, und zwar beym Ausbruch eines abermaligen französischen Kriegs 1799, wo das Regiment die Ordre erhielt nach Italien zu marschieren. Den 27-ten Marz wurde der Marsch angetreten, ein Monath darauf den 27-ten April gerade am Tag der Schlacht von Capano, kam er an die Adda. Da Feldmareschall Suvarov, als Oesterreichisch — Russischer Feldherr der Arme in Italien, erst bey der Armee eingetroffen war, mir aber unbewuszt, was vorgehen sollte, konnte ich gar nicht zweifeln, dasz Suvarov, um so gewisser das Regiment in Augenschein nehmen würde, als der Inhaber dieses Regimentes Palatin Erzherzog Joseph, seines Kaysers Pauls Tochter zur Frau hatte, dahers rückte ich in vollständigster Parade, und Glanz von Bergamo aus, gegen die Adda vor. Statt aber zu paradieren passirte ich bey Trezzo die Pontonsbrücke, und kam zur Schlacht. Hier sah es übel aus, nirgends Ordnung, der Feind errang schon viele Vortheile, und machte Menge Gefangene. Meine Obristlieutenants Division die ala téte des Regiments war, detachirte FM. L. Zorn gegen Inzago. Als ich mit anderen 3. Divisionen nachrückte, fand ich die Obristlieutenants Division nicht mehr da, aber auch nicht den FM. L. Zorn. Ersteres verdross mich, letzteres war mir recht, da ich ohnehin besorgte, das Regiment würde, der unglücklichen Gewohnheit nach Kleinweis überall, und nirgends mit Vortheile sein. Ich tratt vor die Fronte, machte eine kurze Anrede, ordnete, in jene coupirte Gegend, eine Attaque en échelon, und nachden, ich sechs ausgesuchte Unterofficiers jeden mit 8 Hussaren, mit besondern Aufträgen gegen den Naviglio, sich vorsichtig durchschleichen gegeben hatte, rückte ich im Trab vor. Bald darauf erblickte ich eine Colone franzosischer Cavalerie meist Dragoner. Sogleich liesz ich durch Alle bey mir gehabten Tronpeters zur Attaque blasen, die feindliche Cavalerie hielt kein Stich, lief in Unordnung was sie konnte, wodurch der rechte Fligel der feindlichen Infanterie entblöszt wurde. Der Feind wollte durch Formirung einer Flanque den Fehler gut machen. Die flüchtige Cavallerie liesz ich unter Commando des Rittmeisters Martin Rakovszky mit den Den Majors Division verfolgen, die Infanterie aber griff ich an, bekam zwey Dechargen, wobey ich viele Leute noch mehr Pferde verlor, doch wurde in einen Nu der rechte feindliche Flügel über den Haufen geworfen. 3777 Mann, worunter einige Staabs und mehrere Officiers wurden zu Kriegsgefangenen gemacht, und 10 von der Ca- ~ valerie in Stich gelassene Kanonen erobert. Als unsere von Feinde früher gemachten, und erst zurück geschickten Kriegsgefangenen, besonders von Biersch Grenadieri-Battailon, und von dennen Ungarischen Regimenter Eszterhazy, Nadaszdy, Banater, und leichten Batfailons die flüchtigen Franczosen ansichtig wurden, kehrten Sie in volen Laufe, frohlockend, allein desarmirt, zu mir, diese liesz ich mit französischen Gewehren, dennen Gefangenen abgenommenen bewaffnen, mit den Antrag, mich in der Verfolgung des Feindes zu unter-