VJESNIK 9. (ZAGREB, 1907.)

Strana - 51

51 Der älteste Jure diente als Öberlieutenant bey Preüsak, dermalen Duka, Ungarischen Infanterie Regimente. Als Leopold Groszherzog von Toskana seine Truppen nach oesterreichischen Fusz organisiren wünschte, erbat er sich von seiner unvergeszlichen Mutter Maria Theresia einige geschikte Officiere, als Organisateurs. Jure war dazu bestirnt, und von Groszherzog bey seinen Truppen zum Grenadier-Hauptmann befördert. Er wurde da bis zum Obristen, und Gou­verneur zu Porto Ferajo auf der Insel Elba befördert. Jure war ein Weltmann, sprach mehrere Sprachen, tanzte vortreflich, und sang einen schönen Bass. In Florenz machte er Bekantschaft mit einer Contessina, annoch junges Mädchen, und wann ich nicht irre, Sie hiesz Salviati, die er eheligen wollte, schrieb seinen Vater nach Grachacz sich die Väterliche Einwilligung zu dieser Vermählung erbittend. Noch in der Erwartung der Antwort, erkrankte seine Braut, und starb. Dies gieng den Jure so sehr zum Herzen dasz er in eine schwere Krankheit verfiel, als er aber genasz, sich der Andacht ganz widmete, auch keinen anderen Umgang als mit Mönchen suchte, und ihre fanatischen Kloster Grundsätze annahm, die er so weit trieb, dasz er sich Gewissen daraus machte, Mitbesitzer eines geistlichen Expaulaner Gutes zu seyn. Das die Ur­sache seines mir verkauften Gutesantheil, wovon die Fassion unter meinen Schriften sich befindet. Als in französischen Revolutionskriege Bonaparte, nachheriger Kayser der Franzosen ganz Italien, mithin auch Toscana erobert hatte, sollte Jure Porto Ferrajo dennen Franzosen übergeben. Er that es aber auf keine Weise, nahm dahero mit Freuden, das Anerbiethen des englischen Admirais Keit an, der mit seiner Flotte in Mittelländischen Meere N kreuzte, und das um so bereit­williger, da die Engländer mit uns aliirt waren, die Franzosen darüber entrüstet, sezten einen Preisz auf seinen Kopf. Er entfloh nach Neapel; von da kam er in Begleitung der Königin beyder Sicilien nach Wien, wo sein Grosz-Herzog Ferdinand bereits war. Von Kayser Franz wurde er zum kayserlichen Gene­ralen befördert, und ohne je verehelicht zu sein, starb er in Wien im 72 Jahre seines Alters. Der zweyte Sohn Martins Tone würde wegen seiner Geistesgaben, mili­tärischen Eigenschaften und Kenntniszen sich hoch poussirt haben, wen sein stolzer, unbiegsamer, jähzorniger und nie versöhnender Karakter, seine bessern Eigenschaften nicht verdunkelt hätte, er schwank sich bis zur Obrist Lieutenants­Würde. In der Anwandlung des Zorns gab er seinen Diener mit der Faust einen Schlag, den er so unglücklich traf, das er in wenig Stunden darauf starb. Der Proces wurde ihm gemacht. Vermög des Richterspruchs ward er seiner Charge entsetzt. Er lebte hernach in Grachacz. Aus theilnehmender Bruderliebe überliessen wir Ihm den Genusz des gröszeren Theiles unserer Er­trägnisse, und das wenige, so wir uns vorbehielten, nahm er sich selbst. Er trieb da den Undank so weit, dasz er alle Lasten denen Brüder auferlegte und alle Vortheile und Erträgnisse für sich hehielt. Weiter unten wird mehreres von Ihm vorkommen, das mir auzuführen um so empfindlicher ist, als man daraus ersehen wird, wie sehr unwürdig er war, in der Zahl so braver edel­denkenden Brüder zu seyn. Er starb ledigen Standes zu Baden bey Wien auch in 72 Jahre seines unruhigen Lebens.

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