VJESNIK 9. (ZAGREB, 1907.)

Strana - 52

52 Ive oder Johann, So schön sein Aüszeres war, eben so schon und edel war seine Seele. Er gehörte in die Reihe der ausgezeichnetesten Officiere der Armee. In siebenjährigen Preusenkriege war er Galopin bey den weltberühmten Feldherrn, Feldmarschall Laudon, besonders als Obrister der sogenannten Roth­mäntler, vorzüglich bey der' Stürmung Mainzer Linien, und Verschanzungen trug er zum glücklichen Erfolge das meiste bey. Ein Unglück für Ihm, das seine Chefs seine ausgezeichneten Verdienste nicht genug zu würdigen wüsten, oder wollten. Als General bey der Belagerung, und Einnahme von Ancona erwarb er sich so viele Achtung und Liebe von denen Anconianers, dasz Sie Ihm aus eigenes Antriebe das Diplom des Bürgerrechts von Ancona, seine Brüder und Nachkommenschaft mit eingeschaltet, einhändigten. Dieses Diplom befindet sich unter denen übrigen Familienschriften. Die Folgen der Einnahme von Ancona waren traurig. Als Aliirte befanden sich bey dieser Belagerung Russen, und in geringerer Anzal Türken. Unser Feldmarschall-Lieutenant Fröhlich befehligte das combinirte Belagerungs-Corps. Als der belagerte französische Ge­neral Mortiere sah, es bleibe ihm nichts anderes übrig, als mit günstiger Ca­pitulation Stadt und Festung zu übergeben, wollte er dennoch durch Hervor­bringung der Miszverständnisze, und Uneinigkeit zwischen denen Aliirten Vor­theile erzielen, und nahm die Aufforderung mit der Condition an, blos mit Oesterreichern, keinerdings mit dennen Barbaren Russen oder Türken capitu­liren, und nur Oesterreicher Stadt u. Festung übergeben zu wollen. Frölich, der von unseren Auswärtigen Angelegenheiten Minister Baron Thugut geheime Instructionen gehabt haben mag, nahm diese Bedingnisse an, Capitulirte, be­sezte Stadt, und Festung. Die Russen dadurch höchst beleidigt, meldeten es ihren Kayser Paul, einen Mann von stürmischen Karakter. Dieser forderte von unseren Kayser die eclatanteste Genugthuung. Um die Russische Alliance nicht zu verlieren, wurde Frölich nach Wien beruffen, und zur strengsten Unter­suchung gezogen. Als er sah, dasz er unausweichlich'das Opfer werden muste, erklärte er sich als wahnsinig. Diesz wurde dem Paul angezeigt, allein der Russische Kayser blieb bey seinen harten Forderungen, mit der Erklärung: der den Fröhlich im Range folgende General soll zu seiner Satisfaction zur Strafe gezogen werden. Dieser war mein Bruder Ive. Er musste nach Wien. Als er vors Gericht tratt, sagte der Praeses, der Russiche Kayser fordere zur Satis­faction ein Opfer; dasz sie Herr General schuldlosz sind, unterliegt keinen Zweifel. Mein Bruder erwiederte : wenn ich als Opfer meinen Kayser und Va­terlande nützen kann, so stehe ich stets bereit, mit den Bewustseiu der Schuld­losigkeit, mich aufopfern zu lassen. Der Spruch fiel dahin aus : General Johann Knezevich soll auf die Festung Spielberg bey Brün gebracht werden. Dies wurde sogleich an Kayser Paul nach Petersburg berichtet. Kurz darauf wurde dieser Kayser wegen seiner Härte erdrosselt. Sein Sohn Alexander, der dermalige Kayser der Russen, kam auf den Thron. Als ihm diese Depesche, die in Pauls Schreibepult war in die Hände fiel, schrieb er sogleich unsern Kayser, und erbath sich, zum Beweis der ersten Freundschaft-Bezeugung den Schuldlosen Generalen Knezevich auf freyen Fusz zu setzen. Hier musz ich noch bemerken, als mein Bruder nach Spielberg kam, fragen sich der dasige Festungs-Com­mendant beym Hof-Kriegs-Rathe an, wie er den dahin, gebrachten Generalen zu behandeln hätte? Die Antwort war — Als Generalen. — Mein Bruder auf

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