VJESNIK 9. (ZAGREB, 1907.)
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46 vischer Völker den Namen der Würde Ihrer Väter, wie es in Pohlen, und Ruszland annoch üblich ist, und heiszen Knezevich nämlich von Knezen, oder Knezens Söhne. Das eigentliche Vaterland dieser Familie war Bosnien, und Herczegovina. und der Hauptsitz Ihrer Groszen Besitzungen heiszt Brochno in der Herzegovina. Als im Jahr 1463 der Bosnische König Stephan Kristich von denen Türken, unter Mahumed den 2-ten aufs Haupt geschlagen; der König nebst vielen Adelichen auf eine treulose Art umgebracht; in der Zahl dieser unglücklichen war auch der Knez Philip Knezich, Vater des folgenden, einer der mächtigsten von Bosnien, und Herczegovina. Als ganz Bosnien, und Herczegovina, von dennen Türken, als erobertes Eigenthum, besetzt wurde : Suchten jene Adeliche, welche der Ermordung glücklich entgiengen, durch Flucht Ihre Rettung in fremden Ländern zu suchen, darunter war der Knez Ivan Knezich, oder Knezevich, welcher mit seiner Familie, und Cheta, oder Kriegsvolk, nach Korbavien zog; Sich in Besitz von Grachacz setzte, und allda auf den Berg Gradina genant, ein fesztes Schlosz erbaute, wovon die Rudera noch heutigen Tages zu sehen sind. Von den groszen Könige Mathias Corvinus erhielt Ivan Knezevich durch ein Diplom unter 2-en July 1466 die Bestättigung seines alten Ungarischen Adels, welches in den Königlichen Archyv zu Offen aufbewahrt war. Aus ganz besonderer Huld, und besonderer Zuneigung, welche Ivan, durch ausgezeichnete Verdienste, und vorzüglich edle Eigenschaften sich erwarb, vermehrte dieser grosze König das Familienwappen mit einen Raben haltend einen goldenen Ring im Schnabel, gleich eigenen Sinnbilde, wovon Selber den Beynammen Corvinus führt. Ivan hatte zwey Brüder, wovon einer nach Lithauen in Polen, und der andere nach Ruszland flüchtete. Bey Gelegenheit als ich durch mehrere Jahre in Pohlen in Quartier lag, lernte ich einen Polnischen generalen Kniazevich kennen. Nach seiner Erzählung, stammen seine Vorältern aus Bosnien, nun aber hatten Sie in Litauen Besitzungen. Sie schreiben ihren Nammen nach polnischen Dialekt Kniaz, das so viel heiszt, als nach der Illyrischen Knez, auf Deutsch Fürst, oder Graf. Sellbst in unseren slavischen Ländern findet sich in alten Urkunden dieser Titel zum Beyspiel in Krain, wo die Grafschaft Görcz noch heutigen Tages Knezia Gorichka genant wird. Als Feld-Marschal Suvarof im Jahr 1799 die combinirte Armee in Italien befehligte, erzähle mir dieser würdige Feldherr, mit einen Kniazevich in der Petersburger Militär-Akademie studiert zu haben, der sein besonders groszer Freund war. Möglich dasz dieser ein Abkömling des einen des Ivans Brüder war, der nach Ruszland sich geflüchtet hatte. Unter mehreren Kindern, die Ivan hatte, heiszt der Aelteste: Knez Nikola. Von diesen wird erzählt, dasz er von einer ungewöhnlichen Grösze und auserordentlicher Stärke war. Er soll einen berühmten Ringer aus einem fremden Lande, im Ringen todgedrückt haben. Später erkühnte sich keiner mehr es mit Ihm aufzunehmen: Ringen, springen, Last-steine werfen, in die Wette laufen etc. etc. gehörte unter die ersten Belustigungen > jener Slavischen Völker, das noch heutigen Tages in der Lika, trotz der Verbote der ausländischen officiere, die dahin kommen, üblich ist. Diese gimnastischen