VJESNIK 9. (ZAGREB, 1907.)

Strana - 47

47 Uebungen mögen wohl von die alten Griechen, Athenienser, Thebaner, Ko­nnthier, vorzüglich Spartaner auf die Illyrier oder Slaven gekommen seyn, nachdeme, bezwungen und unterjocht von Philip König von Macédonien, und seinem Sohne Alexander den groszen, so wie ganz Griechenland durch Ero­berungskriege des lezteren Welt-Bezwingers, mit den Griechen in nähere Be­rührung, und Verbündungen kamen und später von Römern bezwungen, bey dennen diese Gymnastische Uebungen auch gebrauchlich waren, fortgesetzt wurden. Hier habe ich noch zu bemerken, dasz die alten Römer in jener Provinz längst den Gebirge Velebit ihre Schäfereyen hatten, mithin ein Pa­storal land war. Lika wurde von dennen Römer Delitium genannt. Noch zur Stunde würde mann bey näheren Untersuchen, und graben, viele römische Alterthümer finden, so wie selbe auf den Berg Gradina, wo Ivan sein Schlosz bauen liesz, beym graben eine weite Strecke Mauerwerk gefunden worden, das Ivan zu seinen Bau benutzte. Noch später wurden mehrere Römische Münzen von verschiedenen Gattungen vorgefunden. Des Nicola ältester Sohn Valemir zeichnete sich durch seinen wohltä­tigen, sanften Karakter aus. Er war der Dichter verschiedener Slavischen Ge­sänge, nach Landes Sitte, die noch gesungen werden, und deren Inhalt die Geschichte des Landes, und ihrer Helden enthält, und so zu sagen zur Chronik dient. Vallemir hat mit zwey Frauen mehrere Kinder und erreichte ein hohes Alter. Sein ältester Sohn Stipan Mudrosvit, genannt oder der Weise, machte sich durch einen durchdringenden natürlichen Verstand, Biedersinn und Ge­rechtigkeitsliebe weit und breit bekannt, alles nahm Zuflucht zu ihm um seine Ratschläge zu befolgen. Sein Sohn Frane war Ban, oder Gubernator von Korbavien, erhielt von Kayser und König Ferdinand den 2-ten durch ein Diplom unter 15. May 1628 die Bestättigung seines alten ungarischen Adels, darin die Stelle vorkömt: Juribus, ac Immunitatibus quibus caeteri a quatuor avis Paternis, et Maternis nati veri antiqui, et indubitati Regni nostri Hungariae Partiumque ei subjec­tarum Nobiles, Armis et Insigniis Nobilitaribus utentes, et gavidentes, vel de Jure vel antiqua consuetudine usi sunt, et gavisi, utunturque et gaudent ubique locorum, et terrarum tarn intra, quam extra Judicia et Comitia perpetuis Semper temporibus uti, frui, et gaudere possis, et valeas, Haeredesque et Posteritates tuae utriusque sexus universae valeant, atque possint etc. etc. Dieses Diplom den Francisco Knesich als Bestättigung seines alten ungarischen Adels ertheilt : bringt mich auf die Vermuthung, die älteren Familien-Schriften mögen vielleicht durch Brand, oder sonst auf eine Unglückliche Art in jenen unruhigen Krie­gerischen Zeiten in Verlust gerathen seyn, das der Frane veranlaszt haben mag, nun sich eines schriftlichen Documents für seine Nachkomenschaft zu versichern, von Kayser und König Ferdinand den 2-ten durch ein Diplom eine Bestättigung seines alten Adels zu erbitten. Schon zur Zeit dessen Vaters Stipan, suchten die Türken sich immer weiter auszubreiten. Es fielen mehrere Gefechte mit abwechselnden Glücke vor­doch endlichen muszten sie der Uebermacht unterliegen und flüchteten sich nach Dalmatien, und zwar nach Viniaracz. Frane nun in armen Umständen,

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