VJESTNIK 1. (ZAGREB, 1899.)
Strana - 119
IV. 119 Knjiga VI., pripovjest 30. - Von Sirmium, einer großen Stadt des Gépiden-Reiches, welche die Avaren durch einen Gewaltstreich nahmen. Da nun das barbarische Volk der Avaren sich versammelte, jene zwei Brücken, die sie errichtet, behauptete und dort Krieg und Verderben (drohend) den römischen Provinzen wohnte, so ließen sie dem Kaiser Tiberius sagen: „Wenn Du uns zu Freunden haben willst, so gieb uns Sirmium, damit wir darin mit Deiner Bewilligung wohnen, wenn aber nicht, so nehmen wir es wider Deinen Willen und sind Deine Feinde". Der Kaiser aber wies sie mit verschiedenen Worten und Versprechungen zurück, indem er es ihnen durchaus nicht geben wollte, sondern insgeheim eine Gesandschaft zum Longobardenvolke schickte, um sie zu dingen und sie diesen in den Rücken zu bringen, und ebenso anderen Völkern. Da aber diese ihn drängten, dass er ihnen seinen Willen kundthun wolle, so berieth er sich und schickte zu ihnen den Nar ses, kaiserlichen Gross-Spathar, 1 um sich mit ihnen zu besprechen und sie hinzuhalten, indem er viel Geld von dem seinigen und dem des Reiches erhielt und ihm heimlich befohlen wurde, bei seiner Ankunft nicht sehr eifrig im Austheilen zu sein ; wenn aber jene Völker kämen, solle er sie empfangen, über sie herfallen und nach Möglichkeit aufreiben. Da entbot er ihnen: „Siehe! wir schicken den löblichen Nar ses, unseren Spathar, damit er komme, sich mit euch bespreche und Frieden schließe". V. Knjiga VI., pripovjest 31. - Von der Fahrt des Spathar Narses. Der löbliche Spathar Narses reiste nun von der Hauptstadt mit großem Pomp, einem zahlreichen Heere, vielem Geld und prächtigen Gewändern ab. Da er nun viele Schiffe allerlei Art damit angefüllt hatte und sich zur Fahrt auf dem fürchterlichen Meere des Pontus begab, sank ein Schiff, worauf das meiste Gold und Anderes, sowie auch einer seiner Diener 2 und sonstige Eunuchen desselben sich befanden, die zur Bewachung dessen, was darauf war, darin saßen, am ersten Tage ihrer Fahrt unter. Als er das erfuhr, nachdem er vom Meere hinweg bereits an die Mündungen des Donaustroms gezogen war, so fiel er aus Betrübnis darüber in eine schwere Krankheit und nach schwerem und langem Leiden erreichte ihn auch sein Ende und er starb eines bitteren Todes. So war all das Seine vergeblich, indem er gar nichts ausführte ; vieles Andere aber geschah in der Folge, wie es seine Thaten verlangten. 1 Protho-Spathar, 2 ;iioOu()toç, Söldner.