K. K. Zentral-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 8. (Wien, 1911)
Dan Demeter: Eine rumänische, mit dem großen Siegel der Sachsenstadt Baia in der Moldau versehene Urkunde
Eine rumänische Urkunde. 83 von 40 Gulden und Atanasius verzieh dein Zigeuner in unserer Gegenwart, daher haben auch wir, in Anbetracht dessen, daß ihm Atanasius verziehen hat, unseren Bußlohn gefordert, also hat uns Se. Wohlgeboren 30 Gulden Buße gegeben und sein Bruder hat in unserer Gegenwart und in Gegenwart der ganzen Stadt Baia und des Schultheißen mit 12 Bürgern für ihn gehaftet, daß er bei Sr. Wohlgeboren sitzen und ablassen und Niemandem mehr Schaden zufügen werde, wenn aber gegen ihn irgend eine Klage sich zeigen sollte, er zugegen sein solle; und damals traf sich als Zeuge Toderaschko Prazeskul, Kellermeister und Tabartza, Kämmerer, Vasile Kapscha und dessen Schwager Savin und Gabriel der Diener Sr. Wohlgeboren des großen Schatzmeisters und Simeon Pitik aus Bucziumeni und Nikolaus, der Sohn des Schultheißen Janasch und zum größeren Glauben haben wir unsere Siegel beigedrückt und haben auch unterschrieben. Ich . . . (unleserlich), Ich Janasch Nikolaus Schultheiß. L. S. Ich Theodor Prazeskul, Kellermeister habe unterschrieben.“ Diese Urkunde ist erstens aus dem Grunde von großem Interesse, weil sie in der sächsischen Stadt Baia in rumänischer Sprache niedergeschrieben wurde und ferner, weil darauf das große mit lateinischer Inschrift1) versehene Siegel der Stadt Baia, welches bis jetzt unbekannt war, beigedrückt ist. Die Urkunde ist auf der rechten Seite eines dicken, 33 cm langen und 21 cm breiten Papierbogens mit deutlicher Schrift geschrieben. Zu Ende der Schrift, und zwar oberhalb des mit Rauch eingedruckten Siegels befindet sich eine interessante Geheimschrift. Darunter ist das große Siegel der Stadt Baia, welches folgende lateinische l) Ein Bruchstück eines lateinischen Siegels der Stadt Baia befindet sich in der rumänischen Akademie (siehe Jorga N., Studii si documente. V., pag. 71, und Alex. Läpädatu, Sigiliile Bomanului si Cämpulungalui montear, in der Zeitschrift „Convorlieri literare“ ex 1906, Nr. 12, S. 1141, Note 1.) 6*