K. K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 4. (Wien, Leipzig 1899)

A. Czerny: Das neue Landes-Archiv in Linz und seine Ausgestaltung in der Zukunft

Linzer Archiv. 105 enthält: Jurisdictionalia, Criminalia, Publica, Militaria, Came- ralia, Zunftwesen, Rechnungen, alles aus dem 16.—18. Jahr­hundert. DasPrämonstratenserstift Schlägl hat seine Archivalien in einem lichten trockenen feuersichern Locale unterhalb der Prälatenwohnung untergebracht. Auch hier besteht die äußere Einrichtung aus Schränken mit Schubladen, die Eintheilung nach Materien; die Urkunden haben jede ein­zelne ihren schützenden Umschlag und alle zusammen ihr Repertorium. Acten aus der Zeit vor 1626 sind wenig vor­handen, weil Brandunglück und Verwüstung in der Bauern­rebellion arg gewüthet haben, aber nach 1626 wird der Vorrath reichhaltig. Vorzüglich bemerkenswert!) sind die Actenstücke aus den Bauernkriegen, Copial - Bücher mit Urkundenabschriften vom Jahre der Gründung bis 1773. Die Annalen von Schlägl heben mit der Gründung an, wurden 1644 zusammengestellt und fortgesetzt bis 1783. Es besteht ein Materien-Katalog, alphabetisch geordnet. Die Zweige sind die bei Stifts- und Herrschafts-Verwaltungen gewöhnlichen. Die ehemaligen Kanzleiacten fand ich anno 1877 in der sogenannten Bibliothek. Bei 200 gebundene Bücher und circa 40 Fascikel, Rechnungen des Stiftes und der Herrschaft Schlägl, Steuerbücher, Urbarien, Gerichts - Protokolle etc. aus dem 17. —19. Jahrhundert. In dem Stifte der regulirten Chorherrn zu Reichers- berg haben wir das Archiv in herrlicher Lage unter den Fürstenzimmern zu suchen. Hoch über dem dahinströmenden Inn gelegen, licht und trocken, ist es auch gegen die tückischen Feinde alles Schriftthums, gegen Brand und Feuchtigkeit geschützt. Aus dem alten ebenfalls feuer- und einbruch­sicheren Locale wurde es in die seit 1850 leer stehenden Kanzleien übertragen. Der große Brand, der im J. 1624 das ganze Stiftsgebäude sammt der Kirche in Asche legte, vernichtete auch die Bibliothek bis auf wenige Handschriften, die alten Urbarien und die Kanzleien. Trotzdem hat das Archiv seither einen Bestand von beiläufig 2000 Urkunden

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