K. K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 4. (Wien, Leipzig 1899)

A. Czerny: Das neue Landes-Archiv in Linz und seine Ausgestaltung in der Zukunft

104 A. Czerny kommenen Aufschluß. Überdies eine reichhaltige Regesten- sammlung zur Geschichte des Stiftes, seiner Güter und Pfarren vom J. 827—1500. Die Zahl der Regestennumern ist 1469. Besonders zahlreich sind die Archivalien aus dem Jahrhundert der Reformation. Einigen, aber wichtigen Resten des aufgehobenen Cistercienserklosters Engelszell haben dieselben Räume Zuflucht gewährt, so z. B. dem Chronicon monast. b. Mariae virginis de cella angelorum mit Abschriften von 76 Urkunden von der Gründung dieses Hauses bis zum J. 1348. In einem entfernteren gewölbten Raume des Erd- geschoßes treffen wir auch die Acten der Stiftsherrschaften und Stiftsgüter mit ihrem bekannten Agendenkreis, 500 Fas- cikel und 160 gebundene Bücher. Sie beginnen mit dem J. 1500. Das Archiv der Benedictiner in Lambach, im ersten Stockwerk liegend und jedem Anspruch des Archivars entsprechend, hat seine Pergament- und Papierschätze in Kästen mit offenen Fächern und Holzgittern davor auf­gestellt. Alles ist nach Materien gruppirt und innerhalb derselben folgt man der chronologischen Eintheilung. Es gibt einen allgemeinen chronologischen Katalog und einen Hand-Katalog. Bei 1000 Pergament-Urkunden ruhen flach ausgestrichen in Papierumschlägen. Die Zahl der Acten- fascikel ist 220, gebundene Bücher 160. Der Inhalt ist der gewöhnliche, wie wir ihn schon bei Kremsmünster bezeichnet haben. Dieses Archiv ist reich an Actenstücken über Salz­wesen und Salzhandel; auch über das Frauenkloster Traun­kirchen findet sich manches. Es ist musterhaft durch den Abt Theodorich Hagn und den Archivar P. Pius Schmieder eingerichtet worden. Neben dem Stifts-Archiv ist eine zweite gewölbte Kammer, welche in einer Anzahl von Schränken 220 Fascikel auf­weist und die Acten des einstigen Pfleggerichtes Lambach

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