Evangélikus Elemi Iskola, Budapest, 1882
22 2. Uebcrgehend auf die wichtigeren Schultage und Schülereignisse. haben wir zu verzeichnen, dass das 1. Schuljahr nach Beendigung der Einschreibungen am 7-ten September mit einem feierlichen Gottesdienste in Anwesenheit des Schulinspektors Hrn. Andreas Vasskó, des Lehrkörpers, sämmtlicher Schüler und vieler Eltern eröffnet wurde, bei welcher Gelegenheit S. Hochw. Hr. Pfarrer E. A. Doleschal) in beredten Worten die Jugend zum Fleiss und gutem Betragen aneiferte und auf unsere Schulen den Segen des Himmels erflehte. — Ferialtage hatten wir am 17. Okt. v. M. anlässlich der Gedacht- nissfeier weil. Hochgeb. Hrn. Br. Anton von Radvänszky, gewesenen General-Inspektors unserer Kirche; am 24. Okt, weil der Lehrkörper am Leichenbegängnisse unseres grossen Dichters Johann Arany korporativ theilnahm; ausser den Sonn- und Feiertagen am 3. Okt, 24.-28. Dez., 1.—3, Febr., 22.—28. März und am i. Mai. Wie in den vergangenen Jahren führten wir auch heuer die Zäglinge der oberen Klassen an den ersten Sonntagen jeden Monates zum Gottesdienste und zwar abwechselnd zum deutschen und ungarischen. 3. Die Gesammtzahl unserer Schüler beträgt 674; demnach um i4 mehr, als im Vorjahre, trotzdem wir nur weniger Knaben aufnehmen durften; von diesen gehörten schon 517 im Vorjahre unser Anstalt an, — 107 aber wurden heuer bei uns zum ersten Male inskribiert. Von diesen mussten sich 26 einer Aufnahmsprütung unterziehen, weitere 44 legten im Laufe des Sch ljahres Privatprüfung ab. An Schulgeld floss heuer um 118 fl. weniger ein als im Vorjahre, das theils daher kommt, weil um 29 mehr protest. Schüler eingeschrieben wurden, theils aber daher, weil die Zahl der Gratisschüler um 24 wuchs; die Summe der Gesammtausgaban ist auch um 6o4 fl. gestiegen, so dass unsere Gemeinde zur Erhaltung ihrer Schüler in diesem Jahre 59a fl. 94 kr.. beitragen musste. 4. Das Betragen, der Fleiss und der Fortschritt unserer Schüler war vollkommen genügend. Auch der Gesundheitszustand war günstig zu nennen; nur in den Frühlings- Monaten kamen häufigere Versäumnisse vor; vom hauptstädti sehen Phisikate erhielter wir in Summe 26 Aufforderungen, laut welchen wir die Geschwister derjenigen Kinder, die von con- tagiösen Krankheiten befallen wurden, auf 2—4 Wochen aus unserer Schule ausschliessen mussten. — Auch einen Todesfall haben wir zu verzeichn n : Leopold Groväld, Schüler der I. Kl. der Vorstadtschule. Wenn unsre Schüler von verheerenden Krankheiten aber auch verschont blieben, so mussten unsre Schulen doch leider zweimal gesperrt werden, da je ein Kind zweier Lehrer der würgenden Dyphterie zum Opfer fielen; und zwar vom 28. Jänner bis 5. Feber die vier Knabenklassen, vom 16.—19. April, sämmtliche Klassen, die II. Mädchenklasse aber bis Ende April Bei jeweiligen sonstigen Versäumnissen wurde Herr Johann B o 11 a als Aushilfslehrer verwendet. Der Lehrkörper aber war