Evangélikus Elemi Iskola, Budapest, 1882

12 geschlagen!“ was geht denn das mich an; mache deine Sache nur seihst aus; sicherlich wirst du zuerst, geschlagen ha­ben!“ „Nein, wir haben nur gestritten und auf einmal hat er mir eines hinaufgegeben!“ Und, du hast ihm keins zurückgegeben V Nun, da werden dich deine Kameraden schön auslachen!“ Schnell wendet er sich um, läuft hinab, fangt seinen Beleidiger bei der Brust und rauft sich mit ihm, wie sicli’s gehört. Ja, wie sicli’s gehört denn es fielen Streiche von der einen, wie von der andern Seite, bis endlich die Andern die Kühe wieder herstellten und das Spiel in Frieden wieder seinen Fortgang nahm. Das war eine kluge Mama; eine solche aber, die ihr Kind von besserem Stoffe erwähnt, als das einer andern, ist nur bedauernswert. Es ist möglich, dass diese meine Meinung nicht allseits Zuspruch findet; eines aber passt für alle und auf alle Zeiten, und das ist: „B e i der Erziehung deines Kindes sei einzig u n d allein die rechte Liebe dein L e i t s t e r n u n d halte consequent fest an den Principien, die du einmal für richtig befunden hast!“ Ja, unsre Kinder bedürfen der Liebe, unsres Herzeus voller Liebe, — zeigen wir ihnen diese wie Sonnenauf- und Untergang, wie Sterne und Mond und Alles, was da nicht von der Erde ist. Womit wolltest du Vater deinen Sohn, sollte er sich einst gegen dich auflehnen, zermalmen, wenn er nie deine Liebe, deine mit nichts zu vergleichende Liebe gesehen hätte! Kennt er d i e aber, dann stelle derselben deinen Zorn gegenüber und er wird dir erschrocken und zerknirscht zu Füssen fallen. Doch abgese­hen von der Gewalt der Liebe, frage ich ferner, wozu hätte uns Gott die Liebe gegeben? Meint ihr Eltern, dazu, um damit ge­heim zu tlmn ? Glaubet ja nicht, dass ihr schon liebet, wenn ihr sorgt, pflegt, unterrichtet und erziehet. Damit erfüllt ihr blos eure Pflicht. Lasset vielmehr ihn strömen den Liebesborn im breiten Bette; bereitet euren Kindern reiche Freuden; zwingt sie nicht zu unnöthiger, zweckwidriger Arbeit; beschäftiget euch vielmehr immer in Liebe mit ihnen und lasset euch von ihnen ganz und ungezwungen in vollem Masse lieben, beherziget die Mahnung des Dichter Wortes, das da sagt: „Geld fleissig um mit deinen Kindern! Habe sie Tag und Nacht um dich und liebe sie, Und lass dich lieben einzig schöne Jahre; Denn nur dem engen Traum der Kindheit sind Sie dein! nicht länger!“ und: „Wie schmerzlich war’es ! müsst’es einst bekennen : Mir hat die Jugend­zeit gefehlt!“ — Wirklich liebende Eltern — und Lehrer — werden a uch

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