Evangélikus Elemi Iskola, Budapest, 1882
um den Kleinen stehen, dass es ihnen von dem Seinen zu kosten gebe, lass sie abwechselnd mit dem neuen Balle spielen . . . . und es wird — auch wenn sie erwachsen sind — kein Zank und Hader unter ihnen sein ; das Mädchen wird mit einer gewissen sorgenden Liebe den Bruder behandeln; dieser wird wieder als der Beschützer seiner Schwester auftreten und sie werden nicht gleichgültig sein, weder gegen einander, noch gegen ihre Mitmenschen. Bevorzuget nicht eines euerer Kinder mehr als das andere; wenn sie zanken, strafet nicht das eine um des anderen Willen; untersuchet nicht, wer der Beleidigte, wer der Beleidiger war, sondern gebt vielmehr euerem Unwillen einzig und allein darüber kund, dass sie überhaupt in Streit gerathen konnten. Wir könnten noch viele dergleichen Beispiele anführen, welche zwar alle Kleinlichkeiten zu sein scheinen, aber deren jede doch grossen Einfluss darauf zu üben vermag, dass unter den Kindern die Liebe zu Friede und Eintraeht geweckt und gepflegt und ihr Herz nicht zum Fehle der Leidenschaften und Affecte werde. Menschenliebe und Menschenrecht sind die früh zu erlernenden Wissenschaften des Kindes und die Universität für dieses ihr Studium ist der Spielplatz mitten unter ihren Genossen. Das sind eben solche Menschen wie sie, wenn ihre Eltern, dem Bange und Vermögen nach von einander auch noch so verschieden sind. Kann dein kleiner Gyula die Trommel gut schlagen, so werden sie ihn zu ihrem Tambour machen; — kann er gut commandieren und bezeigt er sonst Mutli, so wird er bald zn ihrem Generale avancieren; versteht er aber nichts von alledem, nun so trete er als Gemeiner in Reih und Glied und es möge ihm ein geschickterer Knirps imponieren; das wird ihm schon den etwaigen Hochmut aus seinem feinen Hemdchen austreiben; und wollt er sich regen und nicht parieren, so wird er die nackte Gerechtigkeit schon von Angesicht zu Angesicht zu schauen bekommen. Ich höre schon, wie hie und da eine Mama ruft: „Aber Rohheiten wird mein Söhnchen unter ihnen auch lernen!“ Meine Antwort darauf ist: „Ein guter Magen verdauet auch das Rohe! Was könnte ihm auch geschehen inmitten der rührigen Arbeit, die die Lumperles in einemweg angeben V Spiel ist für sie Arbeit, und Arbeit wirket wie das Gebet, immer befruchtend und je freiwilliger beides ist, desto besser.“ Eines Tages kömmt das Söhnchen einer verständigen Mutter gelaufen, zitternd und hochrot im Gesichte: „Mutter, der Feri hat mich