Bizalmas Értesítések 1926. március-június
1926-04-21 [1469]
11 I 8 , 21.April. /Ung.Tol.-Korr.-Bureau./ Der Abend meldot unter dem ^itel "Bette sich wer kanna*.Die ungariachen Faelschergrafen werden Rumaenen.» aus Budapest, dass die graeflichen Gencssen Bethlens^ die in die Sokol- und -Frankfaelschungen verwickelt sind, die Flucht ergreifen wollen. Der gewesene Ausaonminister der Regierung Bethlen, Gráf JJikolaus Bánffy hat um die rumacnische S-Saatsbürgerschaft angesucht und sie erhalten. Br vorlaesst in den naechsten Tagén Ungarn und überaiodelt nach Kolozsvár. Gráf Paul Toloki, der gewesene Ministerpraesident, hat dasselbe^ getan. D^e grösste Scnaation aber ist, dass man in BegiOr rungskreiaen davon spricht. dass sclbst Gráf Bethlen, der Ministerpraoaidont Ungarns darán denkt, dem Beispicl seiner Freunde und Klassengenosó sen zu folgen. Br ist - heisst e3 weiter - der reichste unter ihnen und hatte schon vor einigen Jahren schwere seelische Kaempfe iib erst and en ,cb er Ministerpraesident Ungarns odor rumaenischer Grundbesitzer werden soll. Wien, 21.April. /Ung.Tol.-Korr.^Bureau,/ Die ^eue Freie Presse schreibt im leitartikel über dic Frankfaelscheraffaere im Zusommcn hangé mit den gestrigen Angriffen pallavicini•s. Das Blatt wirft angesichts der Tatsache, dass das ordentliche Gericht im Mai sich mit der Angelegenheit befassen wird, die Frage auf, ob es notwendig ist das Parlament in seiner fruchtbaren ^aetigkeit zu hindern und immer wieder an das Geschwül zu rühren, das sich in 30 verhaengnisvoller Weise zeigt und das hoffentlich dooh ausgebrandt wird. Bs ist nicht gut wenn eme Volksvertretung blosa die Sreignisae der Vergangenheit zur Sprache bring. und wenn sie ihr Augenmerk riiöht auch auf die Arbeit lenkt, die im Interessé der Zukunft geleistet werden soll. Da heisst es weiter mit Rücksicht auf die heutige Brwiderung des Grafen Bethlen: 3s steht Behauptung gegen Behauptung, Anklage gegen Zurückweiaung, aber mit diesem Bededuell kann sich die Öffentlichkhit nicht zufrieden gebén und der Beifiáll der Mehrheitspartei ist kein ausreichendcs Argument. Es ist vielmehr notwondig, dass die Beschuldigungen Pallavicini's von dem Gericht in yorurteilaloser Weise geprüft werden. Bs waere bcsser gewesen, die Sensation zu vermeiden, jetzt aber, da die Bombo geplatzt ist, muss alles unternommen werden, was goeignet erscheint, jeglichen Zweifel zu beaeitigen und dic Haltung der angegriffenén Personen einwandfrei festzustellen. Jede Halbheit waere von Übel. Auch über das gcfr.ehrliche Treiben dor geheimen Gosellschaften muss endlich Klarheit goschaffen werden. Gráf Bethlen hat schon vor einiger Zeit den rückaichtalosen Kampf angekündigt, allém oa laesst sich nicht leugnen, dass da3, was bisher unternommen wurde, nicht den Eindruck erweckt, als wollte man das Ziel wirklich erreichon, al3 würde man den Ehrgeiz habén zu einer vollcn Tat auszuhclen. Und dooh kann dic Aufrgeumung mit diesem revolutionacren Schutt nicht laenger hiausgeachoben werden. Wirtschaftliche und moraliache Sanierungspolitik, planmaessigoy Festigung der Ordnung und der Bechtsaicherheit auf der einen, ungesetzliche Organisationen auf der anderen Seite, lassen sich nicht yereinbaren. Bs gibt nur ein entweder oder. es gibt nur eine Wahl: man-. muss die gcncimen Verbaende, die übrigens nicht gar ao geheim sind, rücksichtslos auq~ merzen.