Bizalmas Értesítések 1926. március-június
1926-04-22 [1469]
Wien, 22.April. /üng. m el.-Korr.-Bureau./ Das Neue Wienor Ahendblatt weiss aus Budapest zu mclden, dass auf Wunsch der französi30hen Regierung von der Staatsanwaltschaft un die Aufhebung der Immunitaet des Abgeordneten Hir augesucht wárde, damit er in der Frankaffaere vernommen werden könne. Die Franzosen sollon ferner den Wunsch ausgedrückt habon, dass der Senatspraesident Töreky nicht den Voraitz bei der Hauptverhandlung führen soll. da er der^selbon^gehcimen Gesellschaft angahört hat, wie Nádosy und Windischgraetz. Wien, 22.April, /üng.Tel,-Korr.-Bureau,/ Die Wiemer Allgemeine Zeitung schreibt im Leitartikel über die Afíaere im Anschluss an die Wcrte des Grafen Bethlen von den vorgifteten Dolchen und sagt folgondes: Bs ist beguem,soviel vergifteter Bfeilen der Verleumdung abzuschícssen, bis dadurch das licht verdunkelt wird, um dann in der so erzeugten Finsternisí den Gegner angehen zu können. Bs gibt aber auch kein drastischeres Zeichen für eine verlockerte Folitik, als eben die Flucht in dio vergiftete Atmosphaere der Verleumdung. Der Verleumder,der von allém Anfang weiss dass das, was er vorzubringen hat, Lüge ist, rechnet mit der Stichhaltigkeit des Wortes:somper aliquid haeret. Die Völker habon in den harten Prüfungeo des letzten Dezonniums einen wahren Passion3wog schreiten müssen, um zur Brkenntnis dor Wahrheit zu kommen. Sie háben aber auch mohr, als ihnen lieb wáJbT/das Kaempfen gelernt und zwar mit ehrlichen Waffen und nicht mit der Waffe der Verleumdung, Darum waero es höchst an der Zeit,auch in der Bolitik die kunst der Verleumdung gegen den Kampf mit Argumenteo der Wahrheit einzutauschen. Wien, 22.April. /ring.Tel,-Korr.-Bureau./ Der Abend meldet aus Budapest, dass der Abgeordnete Hir gestern einem Notar gegenüber eine ausführliche Aussage über seine Bollo und über sein Wissen bezüglich der Frankfaelschungen gemacht habe. Hauptaaechlich soll es sich mit dieser Aussage um die persönliche Rolle des ^ínisterpraesidenten Bethlen handcln. Das Protokoll mit Hir soll einea sensationellen Inhalt habén, Prinz Windischgraetz wurde von dem Zustandekommen dieses Beweisstückes verstaendigt worauf er den Inhalt des Frotokolls ausser einigen kleinen Aenderungen im grossen und ganzen bestaetigto, Mit der Bemerkung, nach diesem wichtigen 3eweisstück habe sein Schweigen keinen Sinu mehr, verlangte Windischgraetz gestern und heute wiederholt, dem Staatsanwalt vorgeführt zu werden, weil er über alle Punkten und Personen,über die er bisher geschwiegen habe, aussagen wolle. Sein Wunsch wurde ihm aber aus begreiflichen Grundén nicht erfüllt. Hierauf liess Windischgraetz dem Staatsanwalt sagen, or werde in offener Gerichtsverhandlung über alle Binzelheiten und über dic Rolle der Regierung reden.