Bizalmas Értesítések 1926. január

1926-01-11 [1467]

Wien, 11.Január. /Ung.Tel.-Kcrr.-Buroau./ Der Abend lao33t sich aus London mclden, dass die kleino Entente an die Westmaechte die xJtEli Anfrage gerichtet habe, cb diesc eine Uotersuohung dér ungarischen Affaere durch den Völkerbund veranlasscn wollen. Der Abend knüpft da­rán die Bemerkung, die konservatire englische Regierung suche zweifellos das Horthy-Regime zu stützen. Es handlé sich nun um einen Machtkampf zwischen dem von Italien unterstiitzten England und dem >a*fdia kleine Hn­tente und Polen sich stützende Frankreieh, Der Ausgang dieses Macht­kampfes wird Über das Schicksal Horthy-Ungarns ontscheiden, Der Abend meldet aus 3udape3t, Bethlen soll crklaert habén, dass er eine parlamentarische Erörterong der Afíacre unter keinen Um­staenden zulassen könne und fall3 die Opposition darauf bestehe, die Nationalversammlung sdtxat durch ein Dekret Horthy's vertagi werde. Die ; Vollmacht dazu habe er bereits in der Tasohe; Weiters meldet der Abend &U3 Budapest, alle reaktionaeren Partéién von Bethlen bis Apponyi sind oinig. die Angelegenheit unbedingt zu vertuschen. Der Abend zitiert die3bezuglích den Artikeltf des G-rafen Apponyi in Pesti Napló, waehrend die Sonn- und Montagszeitung den sel­ben Artikel zwischen den Zeilen lesend als eine Ironisierung der Vertu­schungsansicht aufgefasst hat. Der Abend fecldet weitor3, dass das gestrige Verhör Windisch­graetz's wurde nach mehrstündiger Dauer von dem obersten Anwalt Sztrachc unterbrochen, der sich zu£ Justizminister zur Beriohterstattung "kegab. Wie das Blatt erfaehrt, soll Windi3chgraetz hiebei die Namen von 23 noucn hervorragenden politischen Persönlichkciten genannt hahen, die an der Affaere beteiligt sein sollen. Nach de:?. Rückkehr des Staatsanwaltes 30i das Verhör nicht wiedcr aufgenomraen worden und auch über Wunsoh des Ju3­tizminiaters kein Protokoll über die Aussage aufgenommen wcrden. Wien, 11,január. /Ung.Tel.-Korr.-Bureau./ Die Stundp bringt eine merkwürdige Meldung einer Korrespondenz m signiert Korr.Ost. aus Bukarest, wonach der bekennte rumaonische Politiker CQza im Schnellzugo Bukarest-Kolozsvár im Zusamnenhange mit der Frankfaelschungsaffaere an­gehalten und verhaftet sein soll. Die Arbeiterzeitung schreibt folgendes: Auf besondere Einla­dung der ungarischen Regierung jind au3laendische, vor Allém Amerikani­sche und englische Pressevertretor nach Budapest gefahren, Ob auf Koston der ungarischen Regierung, entzioht 3ich uuserer Kenntnis. Sie wurden Freitag abends in Budapest im Hotel Ritz fürstlich bewtrtat und die Hor­ren unterhielten sioh bis in die frühen Morgenstünden. Samstag Vbrmittag empfing sie Ministerpraeaident Gráf Bethlen und gab ihnen die ^ntspre­chenden Aufklaerungen, Die au3laondischen Zeitungskorrespondenten ­, wir wisjen nicht ob auch Wiener darunter waren - kamen Samstag abend3 nach Wien zurück und man wird aller Wahrscheinlichkeit nach in den naechsten Tagén die Wirkung der ungarischen G-astfreundsehaft in der bür­gerlichen Presse atudieren können. Wien, 11.Január. /Ung.Tel.-Korr.-Bureau./ Das nationalsozia­listisohe Blatt Die Deutschöaterreichische Tageszeitung schreibt unter dem Ti tel "Die andere Seite der Earanknotenfaelscherei»: G-ewiss faellt die ungarische Affaere aus dem Rahmen gewöhnli­cher Geldfaelschungen heraus, aber es ist nicht demokratisch,wenn man dem Prinzen Windischgraetz gerade oelno Adelsgeburt unter die Nase reibt. Das Blatt erinnert an andere Faelschungen,an denen Bürgerliche beteiligt ' waren,darunter an die Faelschung des Satira und G-enossen und faehrt dann fort: . , Wenn gerade jene Presse die im jetzigen Ungarn den gefaehr­lichen Feind ihrer demokratischea Bestrebungen und eine Keimzelle rochts­gerichteter Putschplaene erblicken zu müssen glaütot,die polltische Sei­te der ungarischen Franknotenfaelscheroi schwierig angreift,so beweist sie damit lediglich,wie Parteihass vorblinden kann. /Fcrtsetzung folgt./

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