Bizalmas Értesítések 1926. január

1926-01-11 [1467]

/Fortsetzung íes Artikels der Deutschösterreichisohen Ta­gé szeitung./ Waere es wirklich so, dass Prinz Windischgraetz nur aus pa­triotischen G-ründen um die nationalen Interessen Ungarns zu wahren, die grosszügige íranknotenfaelseherei gefördert hat, dann hat eine Pres­se, welche seinerzeit mit Recht von cinem Ruhrverbreohen sprach,: als die Franzosen widerrechtlich mit brutaler Ausnützung ihrer Macht ina Ruhrgebiet einbraohen, kein Recht den orsten Stein auf Ungarn zu werfoa. Wenn man es heute verwerflich fiáidét, dass die Ungarn durch ihre Fael­schung den französischen Frank kontreminieren wollten, dann kann nur go­sagt werden, dass die Franzosen in der Zeit der' Verübung ihrea Ruhr^er­brechenB die deutsche Mark wirklioh kontreminiert habén. Uosere Marxi3ten beweiaen durch dio Unterstreichung ier politischen und nationalen Begründung der Faclschung erst recht, dass ea sich ihnon wie in allén Ungarn betreffendon Fragen,nie um die Sache, sondern lo­digiich um die Peraon handelt. und sie bemerkten gar nieht daaa sie durch die Anerkennung der politischen Seite der Faelschungen die Fael­scher von einem begangenen Verbrechen freisprechen, denn dann fest diese Tat nicht8 anderes, als eine Notwehr gegen die von den aégenannten Siegero noch immer veriibten Verbrechon. Wien, 11*Január. /Ung.Tel.-Korr,-Bureau./ Das grosadeu­tache Organ, die Wiener Neuesten Nachrichten schreiben unter dem Titol /Fedeíkneg ge&en Ungarn*, dass ein Teil dér Wiener'Frasse sith von sach­licher Grundlage entfe'rnt und dem partoipolitischen Haas gegen das un­garische Régime dient. Man braucht die Metódén der ungarischen G-egenrc­volution durchhus nicht zu biliigen, man kann sich auch darán erinnerh, dass diese Gegenrerolution aioh boréit gezeigt habe österreichische und deutsche nationale Intereaaen zu vorletzen und man wird doch auch aner­kennen müssen, daaa daa Niederringen der kommunistischen Diktatur durch daa gegenwaertigé Régime auch nicht ohtie grossem Wohltaetigen Sinfluss auf die Gestaltung der VerhaeltniaGo in* der jungen Republik öaterreichs geblieben ist. Die Schreibweise eines Teiles der Wiener Presse erklaert sich allerdings dadurch, dass in ihr Ungarn oder doch aus Ungarn stam­mende Elemente so starX vertreten 3ind, daaa aie die Befcandlung aller ungariaohen Fragen, die ungarischen Parteigegensaetze in d*ff ersteji Li­nie zu rücken pflegen, als ob Österreich ganz ausschliesslich auf dio ungarischen politischen Fragen eingestellt sein müsate. D\as ist aber nicht der Fali. Es hat für Österreich keinen 8inn gegen Ungarn Scharf­machereien zu betreiben. Welchen Zweck kann es für uns habén die Maechto derén Druck auch unseran Selbstbestimmungsrecht niederhaelt, für ein Einschreiten gegen Ungarn aufzufordern, das über die kriminelle Behand­lung durch Ungarn selbst weit hinausgreifen müsste. Wlr meinen. die Rechte der im Krieg unterlegenen Völker sind durch die Sieger 50 tief gebeugt worden, dass wir ja keinen vernünftigen G-rund habén köonen die Siegerstaaten auch ja noch zum unmittelbaren Eingreifen in die RöS>ht3­pflege eines unterliegenen Staates zu ormuntern, nicht einmal in die un­gansohe Rechtspflege, derén lande3übliche Eigenart hinlaenglich be­kannt sind. 0

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