Bizalmas Értesítések 1926. január

1926-01-09 [1467]

Paris , 8. Január. /Hav:-,s,/ Die Blaetter widmen- der Bank­notenfaelschungsaffasre ausführliche Artikel und gebén der Meinung Aus­druck, dass es sich um eine wahrhaftige politische Verschwörung hapdelt, die gegen die Lebensinter^ssen Frankreicbs und der kleinen Sntente ge­richtet sei. Petit Journal schreibt, Frankreich müsse eine gerichtliche Untersuchung fordern, die bis in die lotzten Konsequenzen durchgefxihrt werden missse. Eoho de Paris sagt, die Tat der Banknotenfaelscher beweise die Staerke der in Ungarn herrschenden Revanchepolitik, Keinerlei r T enug­tuung dürfe Frankreich versegt werden. Das Blatt weist darauf hin, dass in dem Augenblick,wo die Ungarn darán arbeiten, den Frankén zu entwer­ten, der Volkerbund o . um die finanzielle Wieder­aufrichtung Ungarns bemüht sci. Home Libre fordert strenge Massnahmen und vollstaendige Scha­de ngutmachung.íwCN G-aulois schreibt, die französische Regierung behalte sich al­lé ihre Rechte vor, die ernste Angelogcnheit vor die internationale G-o­richtsbarkeit zu bringen. Der Matin gibt in einer Darlegung der durch die Untersuchung enthüllten Tatsachen der Meinung Ausdruck, dass der Reichsverweser poli­tisch mitschuldig sei. Nach dem^selbcn Blatt bildet die gegen Magasházy erhobene Beschuldigung den Beweis dafür, dass er rersucht habé, Offizicrc zu bestimmen, nach Frankreich zu reisen und die falschen Franknoten in Verkehr zu bringen. Die Offiziere aber, die der legitimistischen partei angehörten, haetten dies abgelehnt. Es scheint festgestellt zu sein, dass die kompromittiérten Personon im Dienste einer ungeheueren, schon im Október in Bayern angezettelten Verschwörung standén, die in ihren Ein­zelheiten mit der Zustimmung des Exkaisers Wilhelm beschlossen worden sei und au£ die Umgestaltung der ganzen Karte Mitteleuropa's abgezielt ha­bé. /UTKB./ :: P a r i s , 8.Január./Wolff„/ Der Matin bringt eine phan­tastische G-eschichte über ein in Bayern geschmiedetes uad geheimes Kom­plott, daffi" seit Október in allén Eiazelheiten mit der Zustimmung des ehe­maligen Kaisers Wilhelm vorbereitet 3ei und das darauf abzielte , die Kar­te von Mitteleuropa umzugestaltén. Erzherzog Albrecht habe in den letzten Monaten eine starke und zugleich metodische Taetigkeit entfaltet. Er habo ©ine Begegnung mit dem dertsöhen Kronprinzen und mit dem bayrischen Eron­prinzen gehabt. Sie haetten gemeinsam eine.. Art Vertrag unterceichnet, durch den sie im Falle eines Erfolgés Csterreich unter Bayern und Deutsch­land aufteilen wollten. Der Erzherzog habe sich darauf nach Rom bégében und den Versuch gemacht, Mussolini für seine Sache zu gewinnen und habo sich auch mit den Führern der monarchictischen Partéién in Verbindung ge­setzt. Schliesslich habe er, um seine Stellung in Budapest zu konsoli­dieren, sich zum Vcrsitzenden der christlichen " • G-esellschaften ernannt. Er habe geglaubt, dass Frankreich nicht in der Lage sein wird zu intervenieren, da er die gefaehrliche Idee gehabt hat, dass es vor den Zusammenbruch und vor einer Revolution stehe. Der Erzherzog hat ge­glaubt, dass sich England desinteressleren wird und hat auch angenemmen, dass auch Reichsverweser Horthy für ihn sei. G-raf Apponyi habe seine C?laene dann durchkreuzt. /UTKB./

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