Bizalmas Értesítések 1921. május

1921-05-22 [1444]

Prag, 21- Mai 0 / Meldung des Berichterstatters des UTKB/ In der letzten Sitzung dos Abgeordnetenhauses haben be­kanntlich die Vertreter der slovakischen Parteien, ein schliess­lich der Kommuniston, Reden gegen den Grafen Andrässy gehalten ö blovons&i Politika bezeichnet diese Reden als den einzigen Lichtpunkt der Par1amentssitzung und teilt dazu noch Folgen­des mit« Bekanntlich hat die magyarische christlich-soziale Partei in der Slowakei eine Filiale gegründet, um die Slovaken für Budapest zu gewinnen 0 Diese Filiale hat am 17. Mai an dort Vollzugsausschuss der slovakischen Volkspartei eine Abordnuug entsendet, die eine Vereinigung mit der Volkspartei versucht" und auf diese Weise die staatsfeindliche Taetigkeit direkt in die Reihen der Volkspartei tragen sollte„ Diese Deputation hat an den, ExeKutivausschuss der Volkspartei die Forderung gestellt die ganze slowakische Volkspartei möge in der Folge zur magya­rischen christlich-sozialen Partei übergehen und sich mit ihr organisch verbinden.Diese Aufforderung hat im Au^phuss der Volkspartei eine laengere Debatte entfesselt, die njit einer entschiedenen Ablehnung der christlich-sozialen Bedingungen endete,Darauf verliessen die Vertreter der christlich-sozialen die Beratung und der Ausschuss der Volkspartei begleitete ihren Abzug mit dem Absingen der slovakischen Hymne 0 Der Slovak schreibt darüber: Es war ein historischer Augenblick, als die Vertreter der Magyaren unter den Klaengen der slovakischen Hymne den Saal verliessen.Die Wege haben sich für immer getrennt, um nie wiederzukehren a P r a g, 21. Mai „/Meldung des Berichterstatters des UTKB/ Durch die Konstituierung der tschechischen kommunistischen Par­tei auf dem Prager Pfingstkongress sind die Gegensaetze, die innerhalb der sogenannten sozialdemokratischen Linken be­standen hatten, zum Ausbruch gekommen.Jene Mitglieder der Par­tei, die gegen die Annahme der Moskauer Bedingungen und den Beitritt zur III. Internationale stimmten, sind teils frei­willig ausgetreten s teils wurden sie durch den ExeKutivaus­schuss der neuen Partei ausgeschlossen»Sie haben eine opposi­tionelle Gruppe gebildet, die von den Kommuniston als jtentra­listisch bezeichnet wird e An der Spitze der neuen Gruppe ste­hen die Abgeordneten Earvat und Teska,üie neue Gruppe geht nun daran, sich zu einer neuen Partei unter dem alten Namen, «Tschoghische sozialdemokratische Arbeiterpartei Linke" , zu organisieren„Die Brtei verfügt bereits über ein Zentralorgan, - den Sozialnik Demokrat, das einmal wöchentlich erscheinen wird und dessen, erste Nummer heute ausgegeben wurde* Unter der Uber­schrift ' £ie tschechische sozialdemokratische Linke ist nicht gestorben, sio lebt weiter , wird an der Spitze des Blattes dde Programm der Partei dargelegt, die nicht nur aif dem alten Namen, sondern auch an den alten Grundsaetzen der revolutio­naeren marxistischen Sozialdemokratie festhaelt und einen un­versöhnlichen Kampf gegen dio Bourgoisio führen will» wobei sie «alle revolutionaeren Mittel ablehnt, jedoch die selbst^-r-aondige Entscheidung über jedes Mittel, über die Wahl der Zeit und der Bedingungen des Kampfes als unveraeusserliches Recht der Partei für sich in Anspruch nimmt 0 Der sonstige Inhalt des Blattes ist den Vorgaengen vor und auf dem Pf ingstkongressgewidmet und es wird eingehend geschildert ', durch welchen rucksichtlosen Terror die Mitglieder der Parxei gezwungen wurden,für die III. Internationale zu stimmen« Berlin^ 21. Mai e / Meldung des Berichterstatters des UTKB/ Die Ablehnung des vom Reichsarbeitsministerium gefaellton Scdjjyßjdspruches in dem Konflikt im Bankgewerbe durch den Reichs­verband der Bankleitungen gab Anlass zu einer gestern durch don allgemeinen Verband der deutschen Bankbeamten einberufenen Vollversammlung, an der einige tausend Mitglieder des Verbandes teiiualiiüen e Einstimmige Annahme fand eine Entschliessung p in der der Verband auf den unvermeidlichen Kampf gegen dae Unternehmer­tum vorbereitet!, und zwar schon injden naechsten Wochen« Das bedeutet eine Streikgefahr im Bankgewerbe,

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