Bizalmas Értesítések 1921. május
1921-05-23 [1444]
, . ? 1 ? 5 > M ai /Privatme 1 dung des UTKB/ Im Mailaender Avan.ti^verlangt der Wiener Vertreter dieses Blattes die Ausdehnung der Untersuchung auf den Oberstleutnant Roiuanelli, ehemaligen Kommen danten der italienischen Militaermission in Budapest, der Mittels Kurier grosse Schiebungen mit Juvelen aller Art begangen und an die ungarische rote Regierung Autos verkaufte. Die rote Regierung zahlte drei Millionen Kronen in Gold und 24 Millionen Kronen in Papier ohne dass die Offiziere bisher hierüber Rechnung legten. Der Mittelmann Romaneilis war Graf Baselett-Rose, der das Geld von Ungarn nach Wien brachte und 100,000 Kronen Bestechung erhielt. Auch ein Marchese Tacconi spielte in der Affaire eine Rolle Trotzdem die italienische Regierung sich seinerzeit verpflichtete, die Milliarde österreichischer Kronen, die sie in den besetzten Gebieten gegen Lire umtauschte, nicht auf den Markt zu werfen, um den Kurs der österreichischen Krone nicht noch mehr zu drücken, habe sich des italienische Kriegsministerium nicht daran gehalten und 50 Millionen ungestempelte österreichische Kronen in Österreich zu Bestechungszwecken verwendet. Auch in Innsbruck wurden von italienischen Offizieren grosse Schiebungen über den Brenner verübt. In die Valutaschiebungen ist- auch der seinerzeit in Wien im Verein mit zwei ehemaligen Mffi±iakaHm±i8£mffls$ italienischen Mmtaerpersonen verhaftete, spaeter gegen hohe Kaution enthaftete Graf Graf Arese verwickelt. Der Wiener Vertreter des Avanti führt noch eine stattliche Reihe von beweisen für die Schiebungen der italienischen Offiziere in Wien an und erbietet sich ausdrücklich die Richtigkeit seiner ,• Angaben vor Gericht zu beweisen, weil er Gelegenheit hatte, sich von der Zuverl aes:igkei t der bereits erhobenen Anklagen zu überzeugen. Das Blatt beziffert den Schaden, den Italien durch das Treiben der italienischen Offiziere erlitt, auf eine halbe Milliarde Lire. t i e n ,22. Mai, / Privatmeldung des UTKB/. Über die ata Montag beginnenden Verhandlungen über die Westungarische Präge erhielt die Neue Freie Presse von besonderer ungarischer Seite folgende Informationen" Der für den 25. Mai angesagten Wideraufnähme der westungarischen Verhandlungen haben einige weniger günstige Aeusserungen in der .Presse nicht gerade günstig preludiej^t .Trotz demsetzt man in Ungarn nach wie vor grosse Hoffnungen daaaf, dass es in diesen Verhandlungen gelingen werde, die Grundlage für ein eiuvernehmliches",6in freundschafflieheaVerhaeltnis zwisdhen Österreich und Ungarn nicht blos nicht vefflendemde,sondern geradezu für die Zukunft verbürgende Lösung der westungarisehen Frage 'su finden . Ungari scher seits sollen diese Verhandlungen mit einem neuen Vorschlag eingeleitet werden",der sich nicht blos auf die territorialen Prägen,sondern auch auf das künftige wirtschaftliche Verhaeltnis der beiden Laendem und auf die Präge der Stellung des Deutschtums in Ungarn erstrecken dürfte Was die ungarische Regierung in territorialer Hinsicht anzubieten habe, das ist in verschiedenen Regierungserklaerungen, die in dieser Frage abgegeben wurden, bereits angedeutet worden. In diesen Erklaerungci; wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass für einen Teil des westungarischen Ansehlussgebietes die Augliederung an Österreich den wirtschaftlichen Ruin bedeuten würde, Es wurde aber auch zugegeben, dass dies nicht für alle -teile des Gebietes in gleicher Weise behauptet werden könne. Wenn die ungarische Regierunr an diesem Standpunkt festhaeit, dann würde der ungarische Vorschlag im Wesen dahin lauten, die Grenze des Anschlussgebietes unter sorgfaeltiger Erwaegung der wirtschaftlixhen Notwendigkeiten neu zu überprüfen. In der Anwendung könnte das -~ die angeführten Erklaerungen lassen kaum eine andere Deutung zu nur heissen, dass die ungarische Regierung dazu bereit waere, dass jene Gebiete, deren wirtschaftlicBae Existenz durch den Anschluss an Österreich nicht, gefaohrdet waere — und dasX sind in erster Reihe wohl die wirklich aktiven, also sehr produktiven Gebiete Österreich angeschlossen werden, waehrend jene Gegenden, die vom restlichen Teile Ungarns aus erhalten werden müssen bei Ungarn verbleiben sollten. Für die Durchführung der Überprüfung dieser Grenze soll, wie es heisst, ungar ischerseits eine Form vorgeschlagen werden', bei welcher die Entente das" entscheidende Wort zu sprechen haette. Auf diesem Wege waere es zu erreichen, dass selbst im Falle einer für Ungarn weniger günstigen Entscheidung die Stimmung gegen Österreich in Ungarn keinen feindseligen Charakter annehme, denn es waere ja die Entente, welche dieser Frage das letzte Wort sprechen würde. Was die Wirtin schaftliehen Fragen betrifft, so dürften sich die Vorschlaege Ungarns annaehrend in dem gleichen Rahmen begegnen, wie das Angebot, das Ungarn im Alaerz des vorigen Jahres, damals allerdings für den Verzicht Österreichs auf das ganze strittige Gebiet, gestellt hat. Es ist erinnerlich, dass dieser Vorschlag im Wesen darauf hinauslief, den freien wirtschaftlixhen Verkehr zwischen Österreich und L ngaru wieder herzustellen. Evenetuell Jjann es sich auch darum handeln, Österreich die Möglichkeit zu geben, einen erheblichem Teil seines Leben smittel bedarf es in Ungar zu günstigem Bedingungen zu decken, als sich auf dem Weltmarkt erreichen liesse. In nationaler Hinsicht dürfte an eine Art Autonomie für das Deutschtum gedacht werden, wobei es nicht sicher ist, ob sich diese auf Westungarn beschraenken, oder auf die ganze deutsche Bevölkerung Ungarns ausgedehnt werden soll» Die Verhandlungen in Wien wird»* ungarischerseits, sowie bisher, der Minister des Aeussern Graf Emerich Csäky führen. Auch der ungarische Gesandte in Wien Masinevics und die an den bisherigen Besprechungen beteiligten Fachreferenten werden an den Verhandlungen teilnehmen, Wien 22 Mai /Privatmeidung des„UTKB/ Der Korrespondent des Neuen «ieSer Journals meldet aus Bern: Wie ich »ÜB ernster diplomatischer Lite erfahre, macht Warn die verzweifeltsten Anstrengungen , um W^stungarn für sich zu retten, Ba die ^tente darauf besteht, dass eine freundschaftliche Auseinandersetzung Sit Österreich'zu erfolgen habe , wenn Westungarn ungarisch %%£rl ^e 5iorwaggoa^^e?reide und Vieh Jj^f ^ tL rfsln^ ur.^ans bestehen werde.