Kenyeres István (szerk.): Urbs. Magyar Várostörténeti Évkönyv XV. - Urbs 15. (Budapest, 2021)

Resümee

426 Resümee merbücher der Stadt Preßburg (ung. Pozsony, heute: Bratislava, SK). Von den Angaben der Kammerbücher können vor allem die sog. Ehrenpräsente zur Untersuchung des Themas herangezogen werden. Der Stadtkämmerer führte präzise Buch darüber, wie viel und zu welchen Zwecken die Stadt in einem Jahr für „Geschenke“ ausgab. Letztere wurden zumeist an die Mitglieder der politischen Elite, die Beamten der Zentralregie­rung, an militärische Befehlshaber von hohem Rang, an Diplomaten sowie an Räte anderer Städte verschenkt. Diese Geschenke (durchschnittlich 40-45 Stück pro Jahr, in der zweiten Hälfte des untersuchten Zeitraums 45-50 Stück) machten lediglich 1-5 % des Gesamtbudgets für ein Jahr aus, doch verdienen sie aufgrund ihrer Funktion beson­dere Aufmerksamkeit. Diese spezielle Ausgabengruppe lässt sich gut anhand der durch die Stadt beschenkten Personen untersuchen. Die Häufigkeit der Geschenke sowie ihr Wert und der eventuelle Zweck der Schenkungen spiegeln gut die Interessensvertre­tungstätigkeit der Stadt wider. Der zeitliche Rahmen der Studie ermöglicht die Untersuchung von statistisch eben­falls gut analysierbaren Datenreihen im Bereich der städtischen Geschenke. Zsolt Bogdándi Kolozsvár (Klausenburg) und der Konvent von Kolozsmonostor im Zeitalter des Fürstentums Infolge der Säkularisierung entstand in Siebenbürgen eine spezielle Instanz, das Amt des Requisitors, um das Bedürfnis der Gesellschaft nach Ausstellung und Verwahrung von rechtssichemden Dokumenten zu befriedigen. Nach seiner Neuorganisierung auf weltlicher Grundlage wurde der Konvent erneut zu einem von Siebenbürgens bedeu­tendsten Urkundenausstellem. Mit ihrem Umzug nach Kolozsvár (dt. Klausenburg, heute: Cluj-Napoca, RO) verlor die Institution ihre adelige Prägung und wurde zuneh­mend „städtisch“. Die Requisitoren oder Briefsucher waren oder wurden ebenfalls zu Stadtbürgem, die wesentliche Ämter bekleideten, und das Vertrauen der Stadtbewohner in den glaubwürdigen Ort nahm ebenfalls zu. Sie ließen ihre städtischen Immobilien­angelegenheiten immer häufiger über Requisitoren abwickeln, und so lesen sich einige Protokollbücher des glaubwürdigen Ortes wie richtige „Stadtbücher“. Gebildete Be­wohner von Kolozsvár nahmen bereits im Mittelalter öfters Stellen im nahe gelegenen Kolozsmonostor (heute: Mänä^tur, RO) an. Dieses Phänomen verstärkte sich nach der Säkularisierung; bis Ende des 17. Jahrhunderts waren mehr als die Hälfte der Requisi­toren Stadtbürger und bekleideten auch städtische Ämter. Der im 16. Jahrhundert tätige Miklós Zalánkeményi gelangte als Stadtschreiber in den Konvent, der bis zum Amt des Protonotars emporgestiegene Márton Kolozsvári wurde zum Zentumvir gewählt, ebenso wie Mátyás Kövendi, der zuvor als Stadtdirektor der Gemeinde diente. In mei­nem Beitrag ging ich der Frage nach, welche Rolle die Briefsucher des Konvents, die

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