Urbs - Magyar várostörténeti évkönyv 8. (Budapest, 2013)

Recenziók

330 Resümee untersuchen. Als grundlegende Quelle habe ich die aus diesem Zeitalter erhalten ge­bliebenen Rechnungsbücher der Stadt - etwa 4000 Seiten nicht publizierte Quellen — verwendet, ergänzt durch Erinnerungen zeitgenössischer Kronstädter Chronisten. Nach der Herausarbeitung eines eigenen Systems von Gesichtspunkten aus der reichhaltigen Datenmasse hat sich ein buntes Bild entwickelt, anhand dessen wir die kleinsten Ein­zelheiten des Fürstenbesuchs, die der Stadt aus diesem Anlass auferlegten Pflichten und Aufgaben sowie das subtile diplomatische Spiel, das sich bei den fürstlichen Ga- stempfángen zwischen der autonomen, furchtsam ihre Privilegien hütenden Gemein­schaft und dem die Zentralmacht verkörpernden Herrscher entwickelte, gleichermaßen rekonstruieren können. Im Zuge der Aufarbeitung der Kronstädter Quellen erhalten wir ebenfalls eine Kostprobe von der Lebensweise der sächsischen Stadtbevölkerung in Siebenbürgen in der frühen Neuzeit, von den Repräsentationstechniken und Reprä­sentationsorten der „Hochwohlgeborenen“ in Siebenbürgen sowie — nicht zuletzt - von den Organisationsmechanismen der Stadtverwaltung, die auch im Zuge des als unge­heuere Herausforderung geltenden Fürstenbesuchs von der Kraft der Gemeinschaft und Effektivität der Stadtführung auf dem Sachsenboden am Anfang des 17. Jahrhunderts zeugen. ANDRÁS PÉTER SZABÓ Die Stadt Bistritz (Beszterce) und die Besuche des siebenbürgischen Fürstenhofes In unserer Studie unternehmen wir den Versuch, die sich auf den Fürstenhof beziehen­den Quellen von Bistritz, des Zentrums der nordsiebenbürgischen Sachsen, bzw. die Besuche des siebenbürgischen Fürsten in Bistritz vorzustellen, wobei wir nicht so sehr den reisenden Hof, sondern vielmehr die Interaktion mit der Stadt in den Mittelpunkt rücken. (Den Hof definieren wir als eine gesellschaftliche Gruppe und verbinden ihn nicht mit der wichtigsten Residenz.) Im 17. Jahrhundert war zuerst der Sitz Weißenburg (Gyulafehérvár) von Kriegszerstörungen betroffen. Der Fürst machte sich daraufhin wegen der wachsenden Rolle der Nebenresidenzen viel häufiger auf den Weg als frü­her. Während sich seine Besuche in Hermannstadt (Szeben) und Kronstadt (Brassó), also in den größten Städten der Siebenbürger Sachsen, in der Regel auf drei Tage be­schränkten, da die Städte gemäß eines mittelalterlichen Rechtsbrauches nur so lange verpflichtet waren, den Fürsten zu versorgen, verbrachte er in kleineren Städten wie beispielsweise Bistritz auch längere Zeit. Den drei Tage überschreitenden Teil der Ko­

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