Ságvári Ágnes (szerk.): Budapest. Die Geschichte einer Hauptstadt (Budapest, 1974)

Budapest während der ersten zwei Jahrzehnte des Systems der lokalen Räte (1950-1970)

auch die Betriebe. Junge Ehepaare erhalten aus dem staatlichen Budget Vergünstigungen und Kredite. Auch Privatpersonen, die heute bereits nahezu 40 Prozent der Neubauwohnun­gen bauen, bekommen immer mehr Vergünstigungen. Das heutige Budapest Während der vergangenen fünfundzwanzig Jahre hat sich das Stadtbild wesentlich verän­dert, und diese Umgestaltung ist noch nicht beendet. Würden wir die Pläne der Straßen­bauer, Städteplaner und Architekten zusammenfügen, erhielten wir gleich einer malerischen Palette das Bild der sozialistischen Weltstadt Budapest. Die Institutionen des Stadtzentrums auf der Pester Seite erstrecken sich entlang der Donau in einer Länge von ungefähr 2,5 km und einer Breite von 500 m. In dem dicht besiedelten nördlichen Teil befinden sich in erster Linie die Institutionen der Staatsverwaltung und Wirtschaftsführung, im mittleren Teil die des Handels und Fremdenverkehrs und im süd­lichen Teil Hochschulen und ein Kulturzentrum. Es erweist sich als zweckmäßig, den Stadt­kern teils durch Modernisierung des gegenwärtigen Zentrums, teils durch den Ausbau nach Osten (den Umbau des veralteten Stadtteils) zu erweitern. Budapest hat in vieler Hinsicht sein altes Zentrum „ausgewachsen“. Deshalb wird die Schaffung eines Systems von „Stadt­teilzentren“ seit langem bestehende Ansprüche befriedigen. Zu beiden Seiten der Donau werden je drei Stadtzentren mit je 200 000—300 000 Einwohnern gebildet. Die Rekon­struktion der Außenbezirke schließt sich dieser Stadtordnung an. Gleichzeitig wird auch die Infrastruktur ausgebaut. Die Entlastung des bisherigen Stadtkerns und die Verbindun­gen zu ihm sichert eine Schnellbahn. Die großen Bauten der Jahrhundertwende, die die progressiven ungarischen Traditionen und die europäischen Erfahrungen vereinigen, weisen einen typisch Budapester Stil auf. Die Stadtplanung der sechziger Jahre hat den Budapester Stil zeitgemäß weiterentwickelt. Die harmonische Einfügung des historischen Kerns in das neue Stadtbild ist Aufgabe des Denk­malschutzes. Seit 1958 werden in beschleunigtem Tempo die mittelalterlichen Teile der im zweiten Weltkrieg zerstörten Burg erschlossen und traditionsgemäß rekonstruiert. In der Burg werden große Sammlungen von historischem und kulturellem Wert untergebracht, so die Bestände verschiedener Museen, Bibliotheken und Galerien. In Budapest fügen sich historische und moderne Baukunst harmonisch ineinander. Ein Beweis dafür sind die Pro­menaden und Plätze im Burgviertel, der Pester Brückenkopf der Elisabethbrücke, die mo­dernen Gebäude der Technischen Hochschule am Fuße des Gellértberges und das Hotel Duna-Intercontinental gegenüber der Burg. Die Entwicklung des Budapester Straßenverkehrs kann, verglichen mit anderen euro­päischen Großstädten, als gut bezeichnet werden. Bereits 1960 nahmen täglich 1,7 Millionen Personen die Straßenbahnen, Autobusse und die seit 1952 verkehrendenObusse inAnspruch. In den Sommermonaten verleihen die in Ungarn gebauten Aluminium-Wasserbusse, die auf der Donau verkehren, dem Fluß eine freundliche Note und entlasten den Spitzenverkehr. Am 22. Dezember 1972, anläßlich des hundertjährigen Jubiläums der Vereinigung Buda­pests, wurde die Verlängerung der Ost-West-Achse der Untergrundbahn dem Verkehr übergeben. Die Nord-Süd-Achse wird bis 1980 fertiggestellt. Neben der Entwicklung der Personenbeförderung wird für den wachsenden Autoverkehr 77

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