Ságvári Ágnes (szerk.): Budapest. Die Geschichte einer Hauptstadt (Budapest, 1974)

Dokumentensammlung

XXVIII. Resümee des Bürgermeisters Zoltán Vas über die Lage in der Hauptstadt 28. November 1945 Es ist ein Ausdruck des Lebenswillens der werktätigen Bevölkerung Budapests, ein Beweis des nationalen Zusammenschlusses des Landes und ein großer Sieg der Demokratie, daß wir Hungertod und Epidemien vermieden haben und im Wiederaufbau der Stadt beachtliche Anfangsergebnisse erzielen konnten. Ich nahm an dieser Arbeit bereits als Regierungskommissar für öffentliche Versorgung der Stadt Budapest teil, und es ist wohl nicht zuletzt als ein Vertrauensbeweis für die Kommunistische Partei Ungarns anzusehen, daß am 17. Mai dieses Jahres die Provisorische Generalversammlung mich, einen Kommu­nisten, zum Bürgermeister wählte. Die Festigung der Arbeitsdisziplin war mein vornehmliches Ziel. Von den Beamten und Arbeitern der Stadt wird die äußerste Anspannung ihrer Kräfte verlangt, um das dem pro­visorischen Munizipium vorgelegte Programm des Bürgermeisters zu verwirklichen: Buda­pest soll schöner denn je werden. Zunächst war Budapest zu enttrümmern, die Versorgung mit Wasser, elektrischem Strom und Gas zu sichern. Der öffentliche Verkehr mußte neuorganisiert und den Obdachlosen eine Unterkunft gegeben werden. Doch seien hier einige Zahlen genannt. Bis heute wurden die Wasserwerke fast zu 100 Prozent wiederher­gestellt. Im Vergleich zur Wasserversorgung, die im Oktober 1942 7 700000 m3 betrug, konnten im Oktober dieses Jahres 6 700 000 m3 Wasser gegeben werden. Auch die Pump­stationen wurden in Ordnung gebracht, so daß bei Hochwasser für Budapest keine Über­schwemmungsgefahr mehr besteht. Im Hochwasserschutz wurden ebenfalls bedeutende Fortschritte erzielt, wir sind sehr viel besser vorbereitet als im Frühjahr dieses Jahres, als die Donau große Gebiete unter Wasser setzte. Die Elektrizitätswerke produzierten im Mai 440 000 kW Strom pro Tag. Bis heute wurde eine Tagesproduktion von 1 400 000 erreicht. Das ist mehr als im Oktober vorigen Jahres. Im Juli dieses Jahres brannten in den Straßen 870 Lampen, heute sind es 4688. Die Produktion der Gaswerke hat sich seit Mai vervierfacht. Mit einer Gasproduktion von 7 Millionen m3 erzielten wir 70 Prozent des Vorkriegsstandes. Nur der Kohlenmangel verhindert eine Erhöhung der Produktion, um den Vorkriegsstand zu erreichen. Die Hebung der Gasproduktion wird jedoch in Zukunft nicht nur auf Kohle basieren. Die Ingenieure der Stadtverwaltung und auch andere Fachleute werden die Erdgasvorkommen bei Lispe (Südwestungarn) so bald wie möglich für die Budapester Bevölkerung nutzbar machen. Die Müllabfuhr bedeutete bis zum Mai eines unserer schwersten Probleme. Endlich gelang es, die Straßen zu säubern, und zum großen Teil konnte die Müllabfuhr nach Straßen­zügen bereits wieder eingeführt werden. Die Enttrümmerung, die im Juni 15 000 m3 betrug, konnte bis Ende Oktober auf 100 000 m3 erhöht werden. In den vergangenen sechs Monaten wurden von den Straßen Budapests Trümmer und Abfall in insgesamt 5319 Waggons und 17 813 großen Kohlenwagen abtransportiert. Auch bei der Instandsetzung der beschädigten Gebäude wurde eine enorme Arbeit geleistet. Von Mai bis November konnten 10000 Dächer repariert werden. An 2500 Dächern wird gegenwärtig gearbeitet. Das sind zusammen 65 Prozent der beschädigten Dächer. 9000 Dächer sind noch in Ordnung zu bringen. Von den in städtischem Besitz befindlichen Gebäuden wird in 5800 gearbeitet. 128

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