Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)

A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása

92 suchte auch Bona als Versicherer, das Risiko in erster Linie auf den engeren Geschäftszirkel zu beschränken. Zumeist, insgesamt zehnmal, nahm er an den Versi­cherungen von Benedetto Gondola, einem Geschäftspartner seines Vaters aus Ancona, teil. Diesem folgte sein Schwiegervater mit sechs Unterschriften. Darüber hinaus ver­sicherte er noch zehn Gläubiger bei ein bis vier Gelegenheiten. Seine Beziehung zu den etwa 50 versicherten Kaufleuten können wir natürlich aufgrund der wenigen uns zur Verfügung stehenden Angaben nicht einmal annäherungsweise klären. Offensicht­lich bildeten sie aber die weitere Geschäftsumgebung, mit der Scipione Bona im Zuge der Organisation des Seehandels in Kontakt kam.89 Neben den ragusanischen Beziehungen lohnt es sich auch, einen Blick auf seine italienischen Geschäftspartner zu werfen, obwohl wir nur ziemlich wenig über sie wis­sen. Seine wichtigsten Partner lebten in Ancona und Florenz. Für die Fiauptstadt der Toskana war Ragusa im 16. Jahrhundert das wichtigste Tor zum Osmanischen Reich. Zahlreiche Geschäftsleute aus Florenz ließen sich in der Stadt an der Adriaküste nieder und auch das Schatzmeisteramt der Republik wurde von Florentinern besetzt. Die Zu­sammenarbeit der beiden Städte gewährleistete ein wirksames Gegengewicht gegen Venedig, was offenbar die relativ hohe Zahl von gemeinsamen Unternehmungen ge­gen Ende des Jahrhunderts erklärt. Für die Florentiner bedeutete in der Region die Ge­winnung des Tuchmarktes auf dem Balkan bzw. seine Eroberung von Venedig die größte Herausforderung. Zu diesem Zwecke brachten sie in Sarajewo und Belgrad be­deutende Geschäftsbeteiligungen zustande.90 Die Vermittlerrolle zwischen Florenz und Ragusa spielte Ancona als Adriahafen des Kirchenstaates. Die enge Kooperation von Ragusa und Ancona hatte - über die geographischen und wirtschaftlichen Ge­schichtspunkte hinaus - auch politische und kirchliche Aspekte.91 Für die Ragusaner bedeutete Ancona das Tor und die bedeutendste Ausgangsbasis in Richtung Italien. Mehrere unter den Kaufleuten der Adriarepublik ließen sich dauerhaft in der Hafen­stadt auf der anderen Seite der Adria nieder.92 Wegen der geographischen Nähe und 89 Unter den von ihm versicherten Personen ragen mit einer größeren Zahl von unterschriebenen Verträgen folgende Personen heraus: Martoliza Cerva, Girolamo Cerva, Sigismondo Giorgi, Paolo Gőzzé, Rafaelé Gőzzé und insbesondere der Bankier Nicolö di Piero. Zu diesen Angaben siehe die in Fußnote 68 aufgezählten Verträge. 90 Popovic: Pisma [wie Anm. 11.], S. 7-16, und die Quellen passim; Ders.: Firentinci u Bosni i Srbiji u XVI veku [Florentiner in Bosnien und Serbien im 16. Jahrhundert], In: Istorijski öasopis, 34 (1987), S. 113-118. 91 Zur bis heute als klassisch geltenden Aufarbeitung des Themas siehe: Anselmi, Sergio: Venezia, Ragusa, Ancona tra Cinque e Seicento, un momento della storia mercantile del Medio Adriatico. In: Deputazione di Storia Patria per le Marche. Atti e Memorie. Serie VIII, 6 (1968-1970), S. 41-87. 92 Zu den Kaufleuten aus Ragusa, die in Ancona lebten, wurden mehrere Studien verfasst: PopoviÖ: Trgovaöki odnosi [wie Anm. 33.]; Piccini, Gilberto: Un mercante anconitano del Seicento: Giovanni Palunci, raguseo. In: Deputazione di Storia Patria per le Marche. Atti e Memorie, 82 (1977), S. 287—305; NiccoLi, Maria Paola: Iseljavanje dubrovaökih trgovaca i njihovo ukljuöivanje u ekonomski i druStveni zivot Ankone (16-17. stoljece) [Die Auswanderung von Kaufleuten aus Ragusa und ihre Integration in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben von Ancona (16.-17. Jahrhundert)]. In: Godisnjak Drustva istoriöara Bosne i Hercegovine, 28-30 (1977-1979), S. 287-293; Dies.: Fare un mercante. Giovanni Sturani da Ragusa. In: Studi anconitani, 4 (1986), S. 117-159.

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