Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)

A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása

89 um einen offiziellen Rechtsbegriff oder um eine formale Einheit und deshalb kann es von Fall zu Fall unterschiedlich sein, wie ausgedehnt der Kreis der Verwandtschaft war, auf den wir ihn anwenden. Wir können diejenigen Personen als Angehörige einer gegebenen casata betrachten, in denen das Bewusstsein gemeinsamer Familien- und Blutsbande existierte, was wir im Deutschen auch mit dem Wort „Klan” bezeichnen können. Die casata in Ragusa war also eine Gruppe von in gesonderten Haushalten le­benden Familien einer abgeschlossenen und die politische Macht auf ausschließliche Weise ausübenden Patrizierschicht, deren politische und wirtschaftliche Strategien stark durch die familiären Bande und familiäre Identität bestimmt wurden.73 Die Funk­tion der casate wurde von den Forschern zumeist in Verbindung mit der Innenpolitik des Stadtstaates untersucht, der Begriff hilft aber ebenso bei der Analyse der Ge­schäftsaktivitäten der Patrizier. Wie bei den politischen Entscheidungen und bei der Verteilung der Führungsfunktionen, so spielten die familiären Traditionen und Ver­wandtschaftsbande auch im Handel eine grundlegende Rolle. Sie determinierten die Orientierung der einzelnen Kaufleute und der casate bzw. entlang dieser organisierte sich das Beziehungsnetz der weiteren Geschäftskreise. Im Falle von Scipione Bona sehen wir, dass die Familientradition die Richtungen seiner Handelstätigkeiten zu Wasser und zu Lande stark beeinflusste, auch wenn er in beiden Bereichen sein väterliches Erbe selbständig weiter ausbaute. Für seine Verbin­dung mit Marino Bucchia habe ich keine familiäre oder sonstige Erklärung gefunden. Wenn es irgendwelche Familienbande zwischen beiden gegeben hätte, dann hätten un­sere Quellen sicherlich darauf verwiesen. Unsere Sache wird auch dadurch erschwert, dass die Familie von Bucchia eigentlich ein „unbeschriebenes Blatt” war. Von Marino kennen wir lediglich die Verwandten eines Seitenzweiges. Über seinen Vater wissen wir außer seinem Namen Luca überhaupt nichts und seine Mutter, eine Frau mit dem Namen Maria de Luca, stammte wahrscheinlich nicht aus einer adeligen Familie.74 75 Marino hatte zwei Brüder, Giovanni und Nicolö, sowie drei Schwestern, Cata, Jela und Mara. Von den Brüdern starb Giovanni bereits früh, Nicolö überlebte ihn und wurde sein allgemeiner Erbe. Mara war möglicherweise die Ehefrau von Nicolö Caboga, worin ich mir aber nicht sicher bin, und Cata hatte sich - wie Marino in seinem Testa­ment so schön formulierte-auf ein einziges Wort ihres älteren Bruders hin ins Kloster begeben.73 ÜberNicolö Bucchia konnte ich auch nichts Näheres in Erfahrung bringen. Er war wahrscheinlich ein Schiffskapitän oder ein Kaufmann, der im Seehandel tätig war.76 Das Geschlecht der Bucchias zählte - wie bereits erwähnt - nicht zu den bedeu­73 Cosiö, Stjepan/VekariÖ, Nenad: DubrovaCka vlastela izmedu roda i dr2ave: salamankezi i sorbonezi [Der Adel von Ragusa zwischen Familie und Staat: Die Salamancanisten und Sorbonnisten] (= HAZU Zavod za povijesne znanosti u Dubrovniku. Posebna izdanja. Serija: Prilozi povijesti stanovniStva Dubrovnika i okolice, 12). Zagreb/Dubrovnik 2005, S. 103-107. 74 DAD Pacta Matrimonialia Vol. 8, Fol. 36v. 75 Dok. III. 3, 11. 76 Hierauf verweist L3ona in einem seiner Briefe: Dok. III. 24.

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