Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)
A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása
88 von Ragusa.70 Diese Positionierung verbessert sich mit aller Sicherheit um einige Positionen, denn bei der Probeauswahl von Tenenti fehlen gerade die aktivsten Jahre von Bona als Versicherer. Ich denke, ich liege nicht ganz falsch, wenn ich Scipione Bona anhand seiner Teilnahme am Versicherungsgeschäft unter die ersten 15 bis 20 wichtigsten, am Seehandel beteiligten Geschäftsleute einreihe.71 Die Situation Bonas ist auch dann interessant, wenn ich die Verbindung zwischen den beiden Untersuchungsgebieten, also zwischen dem Kredithandel und der Seeversicherung, analysiere. Von den 60 von Tenenti analysierten Versicherern zählte lediglich etwa ein Drittel zu den bedeutenden Gläubigem. Die Erklärung ist natürlich plausibel: Die Kredite sicherten in erster Linie das Kapital für den Balkanhandel, während die Versicherungen ein repräsentatives Muster für die Beteiligung am von Italien aus finanzierten Seehandel bieten. Die beiden Richtungen ergänzten sich bei den Aktivitäten vieler Geschäftsleute gegenseitig, sie waren aber überhaupt nicht zwangsläufig miteinander verknüpft.72 Wie wir gesehen haben, ist die Beziehung beider Geschäftszweige im Falle von Bona allerdings eindeutig und kontinuierlich. Die Komplexität seiner Tätigkeit besteht darin, dass er an beiden Zweigen des vermittelnden Handels von Ragusa nicht nur als Investor Anteil hatte, sondern zugleich auch selbst aktiv daran beteiligt war: Zum einen importierte er, gestützt auf Kredite, Stoffe aus Italien und schickte diese zusammen mit den in Ragusa als Warenkredit erworbenen Textilien nach Ofen, zum anderen transportierte er aus den Gebieten der Osmanenherrschaft als Gegenposten Häute über Ragusa nach Italien. Das System der Geschäftsbeziehungen Nach den jüngsten Forschungen der Prosopographie bildeten nicht die nuklearen Familien und auch nicht die - oftmals sehr verbreiteten und zahlreichen - Geschlechter die Grundeinheiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens des ragusanischen Adels, sondern die casate. Die Mitglieder jeweils eines Geschlechts verheirateten sich nämlich sinngemäß nicht nur innerhalb des eigenen Geschlechts, sondern in erster Linie mit den Mitgliedern anderer Geschlechter. Auf diese Weise kamen zwischen den Mitgliedern verschiedener Geschlechter, die miteinander in familiäre Bande traten, engere Verwandtschaftsbeziehungen und - damit einhergehend - auch Interessengemeinschaften zustande, als zwischen Personen, die identische Familiennamen trugen und miteinander in - oftmals ziemlich entfernter - Blutsverwandtschaft standen. Die casata ist die Bezeichnung für diese weitläufigen familiären Gemeinschaften, es gibt allerdings keine genaue Definition für diesen Ausdruck: Es handelt sich nämlich nicht 70 Tenenti, A./Tenenti, B.: [wie Anm. 17.], S. 233. 71 Nur der Genauigkeit wegen bemerke ich, dass die von mir berechneten Summen in der Regel von denjenigen, die Tenenti angibt, abweichen. Ich habe in beinahe allen Fällen mehr amgesetzt, was darauf verweist, dass Tenenti einige Unterschriften nicht berücksichtigte. 72 Tenenti, A./Tenenti, B.: [wie Anm. 17.], S. 23-28, S. 215-221.