Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)

A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása

86 Beamten der Republik Seide zum Verkauf schickten und für die Einnahmen Weizen erwarben. Offensichtlich als Teil derartiger Transaktionen kamen Seiden- und Wollstoffe von Venedig als staatliche Anschaffung nach Ragusa. An der Versicherung von staatlichen Schiffsgütern beteiligte sich immer eine große, etwa bei 100 liegende Zahl von Patriziern und der unterschriebene Versicherungsbetrag lag insgesamt bei 5.000 bis 15.000 Scudo oder Taler. Die von Scipione Bona signierten 184 privaten Versicherungsverträge spiegeln nicht nur die allgemeinen Tendenzen des Seehandels von Ragusa glaubwürdig wider, sondern auch einige wichtige Aspekte der Tätigkeit Bonas: Sie machen seine geschäft­liche Orientierung und auch die Struktur der von ihm vertriebenen Waren auf reprä­sentative Weise wahrnehmbar. Oder anders ausgedrückt: Die einzelnen Versicherer boten mit ihrer Unterschrift gewiss eine Sicherheit für geschäftliche Unternehmungen, die hinsichtlich ihrer Richtung und ihres Charakter mit jenen ähnlich waren, mit denen sie sich selbst beschäftigten. Diese plausibel erscheinende Hypothese wird von den Versicherungen Bonas wohl eindeutig unterstützt. Dies gilt auch dann, wenn wir wis­sen, dass die Verträge sich in zahlreichen Fällen über die Fahrtroute der Schiffe und über den Inhalt der Fracht ausschweigen. Auch die folgende Analyse kann so aber nur zu tendenziellen Schlussfolgerungen führen. Statistische Darstellungen machen somit wegen der unvollständigen Angaben keinen Sinn. Die meisten der von Bona versicherten Frachten gingen nach Ancona, sonstige Häfen der Marche, so Senigallia oder Lanciano, treffen wir nur vereinzelt an. Als Ziel oder Ausgangsort spielte Ancona in einem guten Drittel der Verträge eine Rolle. Von Ragusa aus wurden am häufigsten verschiedene Lederlieferungen (Saffian-, Stier-, Rinder- und Schaftleder) auf den Weg geschickt, seltener Kamelhaartuch, Wachs oder Bargeld für den Einkauf. Aus umgekehrter Richtung kamen Stoffe nach Ragusa, im Allgemeinen aus Florenz oder Ferrara über Ancona. Auf letzterer Strecke finden wir aber wesentlich weniger Versicherungen, wahrscheinlich deswegen, weil diese in An­cona geschlossen wurden. Mehr als ein Viertel der Verträge betreffen süditalienische Häfen (Barletta, Brindisi, Bari, Otranto, Neapel und Messina). Dorthin wurden eben­falls Häute, Wachs und Leinen geschickt. Aus Sizilien importierte man Getreide und aus Puglia Öl und Seife. Venedig wird in unseren Schriftstücken bei 28 Gelegenheiten erwähnt. Aus der Lagunenstadt kamen lediglich Stoffe an und es wurden selten Leder und Wolle dorthin exportiert. Als eine ebenfalls dominierende Relation zählte der aus den Häfen des Schwarzen Meeres nach Ragusa und Ancona abgehende Lederexport. Von Varna, Rodosto und Istanbul machten sich 32mal mit Häuten und Wolle beladene Schiffe auf den Weg in Richtung Adria. In umgekehrte Richtung Unterzeichnete Bona lediglich eine einzige Versicherung: einen Stofftransport nach Rodosto. Quantitativ bedeutend war außerdem noch der in Richtung des Hafens von Alexandria abgehende Verkehr. Dorthin sandten die Kaufleute aus Ragusa neunmal Geld, wofür sie nicht nä­her bestimmte Waren importierten. Die Erwähnung anderer Häfen (London, Genova, Livorno, Ferrara, Malta, Zante, Tripoli und Lissabon) beschränkte sich auf ein bis zwei Fälle, zumeist ohne nähere Bestimmung der Waren.

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